Bar Kochba
- Journal
- Bar Kochba
- Volume
- 2 (1920-1921)
- Issue
- Heft 14 (Januar 1921)
- Date
- 1921-01-01
- Page
- Seite 213 (sequence 5)
- Language
- German
- Belongs to
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nach unten, sodaß er niedriger ist, als der gegenüberliegende Napf der nächsten schiene. Gegen diesen schlagen nun die Näder umso stärker an, je schneller der Zug fährt, und infolge des Stoßes werden die Wagen etwas emporgeworfen. Nun sind die Schienen ja nur 9—15 Meter lang, sodaß alle Augenblicke die Räder mit lautem Krach gegen einen Schienenkopf schlagen. Und darum tönt unser Lied umso lauter und schneller, je rascher die Fahrt ist, in der wir uns befinden." BCCü hatte vorläufig genug gehört. Gr achtete jetzt genau auf den Lauf seiner Räder. Er fühlte deutlich, wie regelmäßig es sich wiederholte: die glatte Schiene, der winzige Zwischenraum und dann der laute und heftige Stoß gegen den neuen Schienenkopf. „Bumbum" machten die zwei vorderen Räderpaare und glitten über den Stoß— „bumbum" folgten nach einem kleinen Übstand die Hinterräder. Wie eine Melodie klang es, wäre BCCü ein Mensch gewesen, so hätte er gesagt: wie ein Marschlied. BCCü hörte es und war glücklich. .>7' plötzlich aber bekam er einen Schreck. Es war ihm, als wenn er die Schienen unter den Rädern verliere. Er wurde von der graden Richtung, in der er bisher gerollt war, nach der rechten Seite abgedrängt. Die „Höcker" auf den Schienen kamen ganz dicht hintereinander, und der Takt des Eisenbahnliedes wurde vollständig gestört. „Ich entgleise!" rief BCCü in seiner Angst. . ■ V 7 ' ' „Unsinn," rief Madame Dowidl, „das war nur eine Weiche, wir kommen jetzt auf ein anderes Gleis und bald werden wir von einander Abschied nehmen müssen." BCCü hatte gar nicht darauf geachtet, wie sehr sich die Gegend verändert hatte. Sie fuhren jetzt auf eine Ebene zu, in die von allen Seiten Schienen einmündeten. Auf diesen Schienen standen und fuhren Lokomotiven und WageN aller Art. „Höre, BCCü/' sagte Madame Dowidl, „was Du vor vir siehst, ist der große Bahnhof, zu dem ich Dich bringen soll. Dort wirst Du bleiben und mit Deinen Kameraden in die Welt hinaus rollen. Ich aber werde Dich nicht mehr Wiedersehen, mein Junge. Da kannst Du schon von einer so alten Frau ein paar Ratschläge anhören, ohne mich aus«