Bar Kochba
- Journal
- Bar Kochba
- Volume
- 2 (1920-1921)
- Issue
- Heft 13 (Januar 1921)
- Date
- 1921-01-01
- Page
- Seite 205 (sequence 11)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
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„Ach ja, ich wollte Dir ja erzählen, wie sie gemacht werden. Sie bestehen aus zwei Teilen, man nennt sie den Radstern und den Radkranz. Der Radstern ist ein gewöhnliches Rad aus sehr gutem Eisen. Der Radkranz aber ist aus bestem Stahl und ganz aus einem Stück. Früher walzte man eine Stahlstange kreisrund, und die beiden Enden wurden dann zusammengeschweißt. Aber das ist nicht sicher genug, der Radkranz brach manchmal an der geschweißten Stelle und sprang ab. Jetzt macht Man die Zache anders. Ein großer Stahlblock wird im Feuer weißglühend gemacht. Dann kommt er unter den Dampfhammer, und der preßt ihn zu einer immer noch weißglühenden Scheibe. Dann Kommt er unter eine wasserpresse, und die schlägt mitten in die Scheibe ein kreisrundes Loch. Run kommt die Scheibe zwischen zwei Walzen; die eine wird durch das Loch gesteckt und walzt von /innen, die zweite fängt auf dem Rand der, Scheibe an zu walzen, und so pressen und pressen die beiden Walzen, bis aus der Scheibe ein Stahlring geworden ist, genau so groß, wie der äußere Umkreis des Radsterns, auf den er kommen soll." „Nein", sagte BCCü, „das ist nicht möglich. Venn sieh mal, wenn ich einen besonderen Radkranz hätte, dann müßte er doch irgendwo befestigt sein, mit Klammern oder Nieten. Die sind aber nicht nicht da. . ." „Die können doch auch nicht da sein, Du Narr", sagte ärgerlich Madame vowidl, denn sie liebte es nicht, wenn man sie unterbrach, „das würde eine schöne Fahrerei geben, wenn überall die Nietenköpfe hervorsähen, und einen Radau würde das machen . . .! Nein, die Menschen haben die Sache Klüger angefangen. Sie legen den Radkranz ins Feuer. Je heißer er wird, desto mehr dehnt er sich aus, endlich wird er so weit, daß man ihn bequem über-den Stern legen kann. Mqn läßt ihn nun allmählich wieder kalt werden, und je mehr er sich abkühlt, desto mehr zieht er sich zusammen, und wenn er ganz Kalt geworden ist, dann sitzt er viel fester auf dem Stern, als es mit Schrauben, Klammern oder Nieten je Möglich wäre." BCCü war begeistert. „Ah, nun begreife ich, warum ich nichts davon gemerkt habe, daß meine Räder aus zwei Teilen bestehen. So fest sitzen sie aufeinander, man kann sie garnicht mehr unterscheiden." t Fortsetzung folgt) 205