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Bar Kochba · 1920-12-01 · Heft 11 (Dezember 1920) · p. Seite 173

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Bar Kochba
Volume
2 (1920-1921)
Issue
Heft 11 (Dezember 1920)
Date
1920-12-01
Page
Seite 173 (sequence 13)
Language
German
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von den andren Lhaluzim. Morgen Kriegen sein eigenes Pumpwerk zur Bewässerung 'wir fünf ein Zimmer für uns. Man arhat. Unsere Bojar« hat auch ein große« beitet hier acht Stunden, in den Betrieben Wasserbecken, in dem wir urir alle Tage wie in der Landwirtschaft. Unsere Hauptwährend der zweistünden Mlttagsrast baden beschästigung während der Arbeitszeit ist können. Arbeitszeit von 7-'/, 12 und von Apfelsinen essen, manche bringen es auf ' -2-",5, Freitag nachmittags von 1-3 Uhr. >5 bis 20 Stück täglich. Die Zeit, in der Sagt den Jungens, sie sollen fleißig sie nicht essen, Klagen sie über Magenhebräisch lernen, besonders Rudi, der doch schmerzen. Ich habe mir als tägliche höchsthier später zur Schule gehen soll. Mit mir zahl fünf festgesetzt. ist ein Junge herübergekommen, der ganz wir bekommen jeden Tag 30 Piaster, gut hebräisch kann, aber doch nicht in« umgerechnet ungefähr 70 Mark, zum Unter- Gymnasium ausgenommen werden konnte, halt braucht man 20-25 Piaster. Man da seine hebräischen Kenntnisse dazu noch kann also noch etwas zurückbehalten. Man . nicht langten. nennt die Plantagen hier gewöhnlich „Bo- Um mich braucht Ihr keine Sorge jaren", d. h. „Pumpwerk", da jeder Betrieb tragen, ich bin gut aufgehoben. Sei Moses ITC ende I s so hn : .von B a VI) U l * L : \ Durch das Rosentaler Tor schritten an einem kalten Januarnachmittage der Jahres 1763 zwei Gestalten: ein graubärtiger Jude, hochgewachsen, doch gebückter . Haltung, den langen Kaftan eng um die frierenden Glieder gezogen; dicht an den Großvater gedrückt der Knabe, der mit blau gefrorenen Fingern ein wollenes Tuch über der Brust zusammenzuhalten versuchte. „Mut. Mut, mein Sohn!" mahnte der Alte, wenn der Knabe müde wurde, „bald ist der weg vollbrachtbald sind wir bei ihm, bei dem großen Weltweisen Moscheh Dessau, dem dritten Moscheh, den uns der Heilige, gelobt ' sei er, gesandt hat als eine Feuersäule auf unserem Wege durch die Wüstennacht der (Bolus. Tr wird uns nicht verstoßen und nicht verwerfen; ist er doch sebst vor nunmehr zwanzig Jahren als armer Knabe durch dies Tor eingezogen. Und „Lernen",' das war ja der Zweck seiner Wanderschaft,- wie es der Zweck der deinigen ist. -Rabbi David Frankel', den gab er als einziges Reiseziel an,.und wir, wir sagen dem Torschreiber, wenn man uns fragt: Moscheh, der Sohn der Mendel aus Dessau, ist unser Ziel; sein eigener Lehrer Rabbi Israel ben Moscheh Levi aus Samosz schickt uns zu ihm." Sie hatten sich dem. einfachen Hause in der Spandauer Straße genähert und waren y in ein schmuckloses Gemach eingelassen worden, dessen einzige Zierde Bücher bildeten. ' kiesig« Talmudfolianten, Seite an Seite mit zierlich gebundenen neueren Philosophen, mußten sichdort mit hem Kaufmannspult und den Kontobüchern am Fenster wohl oder übel vertragen. Ueberrascht aber blieben die Gäste in der halb geöffneten Tür stehen. Da beugte sich der kleine verwachsene mit dem Eulengesicht, dessen geistüurchleucktete Häßlichkeit ihnen Rabbi Israel so oft geschildert hatte, weit über den Tisch, dar Schachbrett beiseiteschiebend, auf dem die Figuren de» letzten Spiels noch standen, das schwarzsamtene Käppchen von der Stirne gerückt; ihm gegenüber suchte ein rascher, junger Mann mit eindringlicher Gebärde und beschwörendem, leicht schweizerischem Ton- ■ 173

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