Bar Kochba
- Journal
- Bar Kochba
- Volume
- 2 (1920-1921)
- Issue
- Heft 17 (März 1921)
- Date
- 1921-03-01
- Page
- Seite 259 (sequence 3)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
- OCR quality
- 96% known words query
- IRI
…/2276426-2276451-2276467--682-2277135- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
OCR text
geworben zu sein, seine Augen leuchteten, und seine stimme klang laut und schallend wie «ine Glocke. ' ° „Wir wollen auch einmal Purim feiern, wie die andern," rief der kleine Junge, „Und ich möchte gesund dabei sein," sagte leise die Mutter; „und immer den Armen Gutes tun können," meinte das kleine Mädchen, und dachte an den Lehrer und feine Worte. „so sei es," sagte der fremde Mann. Seine Hand berührte leise den scheitet der Mutter — da ward sie gesund; mit seinem stücke klopfte er auf den Tisch inmitten des Zimmers, und er bedeckte sich mit guten speisen, köstlichem Wein und herrlichen Früchten. Die Mutter und die Kinder sahen sprachlos auf den alten Mann und glaubten zu träumen. „Wer seid Ihr," fragte schließlich die Mutter, „daß Ihr so wunderbarer zu tun vermöget?" „Ich bin der Purim," lautete die Antwort. „Ich kam zu euch» weil ihr mich nicht vergaßet, trotz eurer Armut. Ich wollte euch auf die Probe stellen und bat um euer letztes Prot — ihr gabt es mir; ich ließ euch drei Wünsche aussprechen und wieder habt ihr mein gedacht — das werde ich euch nie vergessen. Gesundheit, Glück und Freude am Wohltun werden , immer bei euch sein,' und am Purim sei es immerdar am schönsten." — Dann reichte er ihnen die Hand und schritt langsam in die Nacht hinaus. — Die Mutter aber und die beiden Kinder setzten sich an den reich bedeckten Tisch und aßen und tranken und. freuten sich und feierten Purim nach Herzenslust. — Und das Glück blieb immer bei ihnen. Aus »Sinderträume. Lin Märchenbuch für jüdische Sinder von 6-^10 Jahren.* Die zweite Auflage dieses hübschen Sucher ist jetzt, besonders schön gedruckt, im Verlage £ Länger, Frankfurt q. M erschienen, wünscht es euch zu Purim. Pu r i m -Mäuse von einem Sar Kodjba*£t|e*: Mein Vater ist ein guter Vater. Und als am vergangenen purimfeste einig« „Krebbchen" zuviel verschwanden, lachte er nur und erzählte mir, wie er es selbst auch so gemalt hatte: „wir feierten zu Hause bei uns Purim feierlich - vergnügt. Da wurde uns Jüngeren zuerst vom Vater die Purimgeschichte und ihre vedeutung erzählt, dann ging es zur Schul. Nach der Schul herrschte aus den Straßen schon ein fröhlicher Treiben. Maskierte Knaben schlugen uns herzhaft mit den Pritschen und verfolgten uns bis nach Hause. Dann durften wir auch unsere Masken ein wenig anlegen und mit dem großen Fakelzug ziehen, der durch das Städtchen hindurch veranstaltet wurde, wenn wir dann nach Hause kamen, gab es das Purim-Festessen, die Krebbchen; und das kann ich dir sagen, Krebbchen von deiner Großmutter, das waren die schlechtesten nickt. An einem solchen purimtage, ich war ungefähr so alt wie du jetzt, hatten wir, wie alljährlich, die Erlaubnis erhalten, noch einmal hinauszugehen. Die Eltern wollten den Purlm-Aug auch sehen, vi« Krebbchensuppe stand, höchst verheißungsvoll dustend, 259