Bar Kochba
- Journal
- Bar Kochba
- Volume
- 2 (1920-1921)
- Issue
- Heft 17 (März 1921)
- Date
- 1921-03-01
- Page
- Seite 260 (sequence 4)
- Language
- German
- Belongs to
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|<fcon auf dem Tisch. Ich hatte einen solchen Appetit auf Krebbchen und sagte, da ich Kopfschmerzen hätte, möchte ich auf den Zestzug verzichten und mich lieber zu Haufe dir zur Wiederkunft der Eltern und Geschwister (wir waren unser 3 Jungen, 4 Mädchen) auf das Sopha legen. Vas stand im Eßzimmer, wo auch die Krebbchen standen: ich wußte schon, worauf ich hinauswollte! Ich durfte zu Hause bleiben, - aber außer mir war meine gerade ein Jahr älter« Schwester zu Haufe geblieben, die unterschätzte ich. - - Ungefähr 3 oder 4 Krebbchen hatte ich verschwinden lassen, als sich mit einem male di« Türe öffnet und meine Schwester, in namenlosem Erstaunen, reißt den Mund sperrangelweit auf. Dann,aber stürzt sie herein mit dem Kufe: „Du Iaaleh lv'jowau du!" Sie hatte 'Seile w'Sseiwo' (Freßsack) sagen wollen. Dadurch bekam ich eine Waffe in die Hand und zwang sie, unter der Drohung, ich. würde das Vater und Mutter erzählen, daß sie versprach, nichts erzählen zu wollen. Sie ging hinaus und ich war wieder wohlgemut bei . meiner schönen Beschäftigung, als ich unten die Haustür gehen horte und die Eltern in Festtagsstimmung zurückkamen. Ich hatte eben ein Krebbchen halb im Mund und warf die andere Hälfte sofort vor das. Sopha, daß man es eben sehen konnte, und als ich sah, daß noch niemand kam, dachte ich, ich kann wohl noch ein paar vertragen! Und. als ich wieder bei meiner Beschäftigung war, hörte ich meine Mutter sich der Türe nähern. Fast ganz ohne Besinnung legte ich das halbe Krebbchen, das ich jetzt im Munde halte, mitten auf den Tisch, warf mich aufs Sopha und tat, als ob ich schliefe. Meine Mutter, sonst etwas kurzsichtig/ sah aber doch sofort, daß wenigstens zehn Krebbchen fehlten und sofort ertönte das Geschrei: (eigentlich ist «s nicht schön, daß ich das erzähle) „<vi. meine Ürebbelach! Gi waih!" Doch mein Vater zeigte ihr sofort das halbe auf dem Tifch und das unter deM Sopha. Da wurde sofort die Schuld auf die Mäuse geschoben und ich, der ich tat, als ob ich eben erwacht fei, kam so davon. Aber mein Schwesterchen hatte doch geplappert, denn als meine Mutter einmal für einen Augenblick hinaus war, blinzelte mein Vater Mir zu und sagte: „Schlaume, Schlaume. so ganz unschuldig bist du nicht bei dieser Geschichte, denn Krebbchen, an denen die Mäuse waren, würde ich nicht essen, aber solche, an denen solche „Mäuse" wären, darf man schon essen!!" Ich mußte lachend meinem Vater Heistimmen, erzählte aber aus Rache gegen meine Schwester ihr verfehlen gegen „Loschen hakaudesch", was auch weidlich belacht wurde. So kamen unsere „Verbrechen" ans Tageslichtuns beiden wurde verziehen wie Dir, und wir verlebten ein froher Purim." . ' . Nachwort des Herausgebers: Das ist eine Geschichte, die sich wirklich nur am Surim ereignen und von der man nur am Purim sprechen darf! Ihr werdet drüber chen, dann aber vergeht sie schnell! Euch allen aber wünsche ich „Gut Purim" und soviel „Rrebbelach", als ihr essen könnt, ohne Bauchschmerzen zu bekommen. wir- Anfang Jlpril erscheinen, die bei- > I llnlllllr nPfl öen Kprilheste weröen zu einer schönen / f v ^f ■ pessach»doppel»Nummer vereinigt. 260