Mannheim
Compact Memory

Bar Kochba · 1920-11-01 · Heft 9-10 (November 1920) · p. Seite 155

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Bar Kochba
Volume
2 (1920-1921)
Issue
Heft 9-10 (November 1920)
Date
1920-11-01
Page
Seite 155 (sequence 27)
Language
German
Belongs to
journal issue
OCR quality
96% known words query
IRI
…/2276426-2276451-2276460--571-2277123
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

No entity mentions on this page.

OCR text

gegeben. Und am Freitag Übend ver- Ich will dir noch mein Zimmer be> sammeln wir uns in festlichen Kleidern in schreiben: Er hat drei Fenster, einer aus der guten Stube. Der große Tisch ist weiß die Landstraße und zwei in den Garten, gedeckt, zwei Kerzen stehen auf der ge- Ganz nahe fährt die Eisenbahn vorbei, sckmückten Tafel. In Ermangelung einer Um Fenster steht ein einfacher Tisch mit Mannes macht ein Mädchen Kiddusch und Blumenvasen und Dähkörbchen, in der dann kommt dar feine Essen und nachher Mitte der Wand ein einfacher Dächerbleiben wir beisammen, lesen, singen und schrank mit sehr vielen Dächern, gegenüber .erzählen. Die Freitagabende üben auf dar einfache Bett. Rn der Wand einige mich einen eigenartigen Reiz aus, da ich kleine Wandbretlchen (selbstgefertigt!) und die rechte Feiertagsstimmung bisher ent- Bilder. Vas Zimmer ist braunrot getüncht, kehren mußte. Um Sabbath sind wir frei: die Decke weiß. Das schönste ist die pewir lesen oder gehen spazieren und erholen troleumlampe, denn bis dahin mußte ich uns oder empfangen Gäste, die aus dem mit Kerzen leuchten. Wenn di« Sonne in nahen Köln zu uns kommen. Ls ist der -mein Zimmer scheint und draußen die Vögel rechte Ruhetag, so wie es in der Bibel singen, dann freue ich mich, daß ich. es so steht. Wir arbeiten aber auch recht viel gut gefunden habe, an den sechs anderen Tagen. Fetzt wird Mein Brief ist schon zu lang geworden, es bald Winter werden und wir bereiten hoffentlich schreibst du mir auch recht viel uns auf die Winterarbeit vor. Da wird und ausführlich, denn Briefe sind hier die viel im Hause gearbeitet werden. Handgrößten und sehnlichst erwarteten Freuden, fertigkeit. tischlern, gläsern lernen wir, Ich grüße dich bestens es wird viel Theorie getrieben werden. deine D a. Ich will viel hebräisch lernen. ■ (Aus „Jung Juda-, Prag) jt »» »» 0 ' »f r Ji Platz vor der Burg Antonia WMüM

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.