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Bar Kochba · 1920-10-01 · Heft 8 (Oktober 1920) · p. Seite 118

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Bar Kochba
Volume
2 (1920-1921)
Issue
Heft 8 (Oktober 1920)
Date
1920-10-01
Page
Seite 118 (sequence 6)
Language
German
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Zustimmung aller hier Anwesenden, wollen wir preisen iinsern <Bott, den (Bott unserer Valcr, den Lott Iiraels, den Herrn der heerjchar n, der unter den Cherubim thront, da wir gegessen von dem, was sein ist " . Da; ist die große Formel. die man nur sprich», wenn mehr denn lausend Juden am gleichen Mahle teilgenommen haben. Und wieder antworteten die unsichtbaren Laste de; tichlsieders in einstimmigem Chor: „(Belobt sei unser ©oll, der Lott unserer Väter, der Lott Israels, der Herr der Heerscharen, der unter den Cherubim thront, von dessen Besitz wir gegessen und dessen Lute uns erhält! Lelobt sei er! Lelobt sei sein Name!" Und dann folgten die Sätze des Birkas homosaun, die der Alle mit lauter und klangvoller Stimme vortrug und auf die die unsichtbar versammelten mit lautem „Dmen!" antworteten. Der Lichtlieder aber verfiel in ein süßes Traumen. Immer "ferner sah er seine Kerzenleuchten, immer weiter schien sich die Stimme des Lastes zu entfernen, und nur ganz leise noch tönten die Worte an sein Ghr. Statt dessen tauchten liebliche, nie gesehene vilder vor seinen Augen auf. Cr sah sich selbst auf frommer Wanderschaft gen Crez Israel, durchschritt große Städte und reiste über wilde, sturmbewegte Meere^ sah wüsten und Steppen, und klarer, als je ein Last sie ihm hätte schildern Können, sah er endlich den heiligen Stätten sich gegenüber. durchwanderte er Crez Israel in allen seinen Ausdehnungen. Immer ferner leuchteten feine Lichter, immer weiter entfernte sich die Stimme des Betenden, und als zum Schluß der Chor der Unsichtbaren das „Ausseh Scholaum* sang, klang er ihm wie leiser Cngelgesang aus den höchsten höhen des nächtlichen Himmels. Als der Lichtiieder erwachte, faß er an seinem Tisch, die Kerzen brannten, d r Lecher war halb leer und das Brot angebrochen Von feinem Laste aber war nichts zu' sehen. Am andern Morgen tat er den erstaunten Männern seiner Lemeinde seinen Entschluß kund, daß er die Sta t verlassen wolle, um selbst ein Aurech zu werden, der gen Crez Israel wunderte. Soviel sie ihn auch mit Bitten bestürmten, seiner hohen Kunst nicht zu entsagen und Lott fernerhin mit ihr zu dienen, wie bisher, so blieb er doch bei seinem Vorhaben. Die ganze, Stadt gab ihm eine Stunde Weges das Leleit — dann schritt er einsam und allein weiter. Cr ist nach langer Wanderung nach Jeruscholajim gekommen, hat dort mit seiner Kunst wieder begonnen, und Jemv Kerzen gelangten schnell wieder zu dem Ruhm, den sie in der Heimat besessen hatten. Cr hat ein hohes Alter erreicht und ist in Frieden gestorben. Die Wanderer aber, die aus Crez Israel kamen und am Schabbos in jüdischen Häusern zu Last waren, vergaßen nie, die Geschichte zu erzählen von dem buckligen Lichtsieder, der ein Aurech geworden war. Und sie vergaßen auch nie, hinzuzufügen: „Sichraunau liwrochoh - sein Andenken sei zum Segen! - Anten.!" (Mit frM. Bewilligung der »Jüdischen Der* lagerentnommen dem I. Band der „Jü* dischen Jugenddücherei-. Dieser enthält außer dieser Legende je eine weitere von Mgrtin vuber und Helene k)ayna Lohen.) erscheinen als <Eh anu kka h- . Doppelheft mit festem Um- . . „ Dieses ^eft kann auch von Nichtabonnenten bezogen werden. Ls wird 3 Mk. kosten, wer von Luch Altersgenossen etwas schenken will, bestelle unser Lhanukkah-Doppelhest. Ls erscheint am 20. November. 118

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