Bar Kochba
- Journal
- Bar Kochba
- Volume
- 2 (1920-1921)
- Issue
- Heft 8 (Oktober 1920)
- Date
- 1920-10-01
- Page
- Seite 117 (sequence 5)
- Language
- German
- Belongs to
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Wein bereit neben dem Lecher aus gleicher vielen Fragen, die seinen Sinn bewegten, Arbeit wie die Leuckter, und auf Kunstsich über seine Lippen stahl. Der Gast voller Schale lagen die Sabbatbrate, all das aber labte sich schweigend an Speise und noch unberührt. Trank und dankte seinem Wirt nur mit „Du hast noch keinen Kiddusch gemacht". freundlichen Blicken, aber ohne ein Wort sagte der sonderbare Gast zum Lichtsieder, zu sagen. „so tue es jetzt!" Endlich, als der Nachtisch verzehrt war, Der Lichtsieder tat, wie ihm geheißen, nahm der tichtsieder das Wort und sagte: . sprach die vrochoh über wein, Lrot und den „Herr, Ihr mußtet vorlieb nehmen mit Tag, und die Kerzen reckten ihre Flammen dem wenigen, das ich Tuch zu bieten verhöher und warfen ihre Strahlen Heller in mochte, da mein Haus nicht vorbereitet den Kaum, hoch aufgerichtet stand der war auf liebe Gäste. Schwerer aber noch Fremde, und nun konnte der Lichtsieder drückt es mich, daß wir nun still und ein sehen, daß unter dem Hute altersgraue jeder für sich das Tischgebet verrichten Locken hervorquollen, und daß in seinem müssen, weil kein Dritter da ist, mit dem Antlitz Linien standen, wie sie Sorge und gemeinsam wir Gott als Tischgenossenschaft Kummer mit unmerklichem Finger ins laut preisen dürsten. So Ihr es aber ' Menschenantlitz zu graben pflegen. Aber münscht, will ich gehen und bitten, daß feurig und voller Leben waren die großen, einer meiner Nachbarn zu mir komme, an dunklen Augen, in denen sich das Kerzendessen Tisch mehr als drei Männer heute licht klar und unverzerrt widerspiegelte. abend sitzen." —— UndwiederLichtsieder sowort-für— I^asahder Gast seinen Wirt an und Wort das Gebet sprachi und dabei Muße erwiderte: fand, den Gast zu betrachten, da wich „Lichtsieder, du brauchst keinen Dritten plötzlich von ihm alle Angst und vangnis, zu holen, und doch soll an deinem Tisch die ihm die Nähe dieses Mannes bereitet jetzt das virkas hamosaun erklingen, wie batte. Tr kam sich vor wie Abraham, der es wahrlich in keinem Hause heute erklingt, die Fremden vor sein Zelt lud und in Stolz so west auch die Kinder Israels verstreut und Eilfertigkeit das Veste seiner habe zu leben. Du siehst nur mich, den einen Gast, ihrer Bewirtung opferte. Und als er die Aber ich sage dir, mit uns sind alle proletzten Worte des Kiddusch gesprochen hatte pheten und Könige Israels, alle feine Priester und dem Gast den Lecher reichte, da lag und Lewijim hier vereinigt." auch aus seinem sonst finsteren Antlitz ein Und ehe der ob solcher Lebe Erschrockene Heller Schein reiner Sabbatfreude. fragen konnte, nahm der Alse den frisch Er brach die schneeweißen vrote und gefüllten Lecher in die Hand und rief, als teilte seinem Gaste davon mit, hieß ihn solle es über eine lange und wohldesehle dann auf dem eigenen Sessel niedersitzen Tafel klingen, die Aufforderung zum Tisch- und holte aus der tvfenröhre die dampfengebet in den Kaum: den Schüsseln. Er legte dem Gaste die besten; „Nabaussai, wir wollen benschen! " Dissen vor, ließ seinen Lecher nie ungefüllt Und plötzlich erscholl es, als wenn und bedieiite ihn mit Demut. Tief in Hunderte und aber Hunderte einltimmig seinem Herzen lebte eine stille, reine Freude, die Antwort riefen:;>•: daß ihm nun das Glück beschert war, um „So sei denn der Name des Ewigen das er so lange die andern beneidet hatte, gepriesen von jetzt an bis in Ewigkeit!" aber Ehrfurcht vor dem grauen haar und Und nun wieder der Alte: dem strahlendem Auge des Fremden ver? „Mit Erlaubnis Efrajiins de; Lichtschloß 'ihm den Mund, so daß keine der sieders, des Wirtes dieses Haukes, und mit 117