Bar Kochba
- Journal
- Bar Kochba
- Volume
- 2 (1920-1921)
- Issue
- Heft 8 (Oktober 1920)
- Date
- 1920-10-01
- Page
- Seite 116 (sequence 4)
- Language
- German
- Belongs to
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auch danach sehnte. Kunde zu vernehmen Der tichtsieder raffte sich mühsam zu von den Gemeinden her Golus und von einer Antwort auf: Erez -Israel, er brachte er doch nicht über „Er ist nicht sicher in der Stabt zur sich, seinen mißgestalteten Körper, der im Nachtzeit. Kaubgesindel schleicht draußen Feierkleid wohl noch Abschreckender aussah, umher und der Drt hat weher Mauer als im Alltagskittel, in den Kreis gesunder noch Tor." Menschen zu tragen. Auch brannte es ihm „Und du selbst, Zaghafter? was streifst in der Seele, wenn gut gewachsene Männer du in der Schabbosnacht durch die Straßen? und stattliche Frauen ihn mit Klicken des Ging dir etwas verloren? Suchst bu je« Mitleids maßen. Uber in jener Schabbosmand? hast du kein heim?" nacht schlich er durch die dunklen Straßen, Der Lichtsieder wand sich unter seinen stellte sich vor erleuchteten Fenstern aus die Worten, die Lippen bebten ihm,, aber die : Fußspitzen und preßte das Ghr an ange« Sprache wollte ihm länger nicht gehorchen, lehnte Türen, und' stahl sich so sein kärglich . „Nun", fuhr der Fremde nach einer Teil von der Schabborfreude der Andern, weile fort, „ich will dir sagen, was du Eines Abends, als er wieder einmal suchst! Du suchst einen Gast! Dein Haus wie ein Hund, den man ausgesperrt hat, steht leer, und wenn du dich zum Mahle durch die menschenleeren Gassen gestrichen niedersehest, zeigt dir der Spiegel an der war. geschah es, daß er hinter sich leise wand nur dein eigenes Bild. Du sehnst Schritte zu hören glaubte. Erschreckt Und dich aber danach, einem Menschen ins Auge von einer ihm selbst unerklärlichen Angst sehen zu dürfen, einen Gast zu beherbergen ergriffen, wagte er nicht, sich umzufehen wie die andern auch und seinen Worten und verdoppelte nur seine Schritte. Der zu lauschen, wenn er von seinen Fahrten da hinter ihm war. blieb ihm aber auf erzählt. Und weil du es nicht wagst, so, den Fersen Er begann zu laufen, wenn wie Gott dich geschaffen, unter die Menschen er aber nach langer Hetze keuchend inne« zu treten, weil du dich verflucht glaubst hielt und den Atem anhielt, um zu lauschen, vom Schöpfer, weil - dann waren die unheimlichen Schritte wieder-. Aber da unterbrach ihn der Lichtsieder, um in seiner Nähe. Da rannte er schließ« . dem jede Furcht zu schwinden schien, „wer lich ohne Aufenihalt, seiner Sinne schier ° bist du", rief er.in tiefem Erstaunen, „wer nicht mehr mächtig, bis er den Pfosten bist du, her du nicht allein meinen Namen seines Hauses umschlungen hielt und mit kennst, sondern auch alle meine Gedanken? bebender Hand nach dem Schlüssel griff, der Der du nicht allein meinen Schritten nachunter der Schwelle verborge» lag. Aber ehe gegangen bist, sondern auch meiner Seele?" er ihn noch im Schloß umdrchen konnte. „Ich .bin dein Gast!" antwortete der wuchs neben ihm ein Schalten in die höhe, Fremde. Und dabei nahm er ihm den und eine Stimme, tief und wie Erz thnend, Schlüssel aus der Hand, schloß auf, und ehe rief ihn bei Nomen. der Erstaunte ein wort des Willkomms Obwohl ihm das Herz bis an den hals oder der Abwehr sagen konnte, standen sie hinaus schlug, mußte er, von einer inneren beide in der Stube. Gewalt getrieben, dem Küfer sich zuwenden. Auf dem Tisch brannten die Schabbor« Da sah er einen schier riesenhaften Mann lichter in silbernen Leuchtern, in deren im st»ubigen Keisegewand. dessen- Gesicht Metall anmutige Kilder aus den Tagen unkenntlich blieb im Schatten des breit« der Schöpfung und sinnreiche Sprüche zum krempigen Hutes. tobe des heiligen Tages eingraviert waren. „Warum ffiehst du vor mir,Lichtsieder?" Keinliches Linnen breitete sich Unter ihnen, ——fragte der Unheimliche ———; in—kristallener Karaffe stand rubinroter 116