Mannheim
Compact Memory

Bar Kochba · 1920-10-01 · Heft 8 (Oktober 1920) · p. Seite 115

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Bar Kochba
Volume
2 (1920-1921)
Issue
Heft 8 (Oktober 1920)
Date
1920-10-01
Page
Seite 115 (sequence 3)
Language
German
Belongs to
journal issue
OCR quality
93% known words query
IRI
…/2276426-2276451-2276459--533-2277084
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

No entity mentions on this page.

OCR text

den schweren, eisernen Ketten, die .in der an der Freude der Menschen, blieb der, stolzen Stadt Venezia vor dem Eingang der sie geschaffen Hatte, einsam und allein, der Iudengasse hängen. die anschaulich, zu Er konnte keinen Gast an seinen Tisch schildern vermochten, wie man in Polen bitten. Er chatte kein Weib, das dem das purimfest mit vielerlei Schalkswerk Wanderer ein weiches Pfühl auf den Sessel zu feiern gewohnt war, und die mit eigenen breiten konnte und keine blinder, die ihre Uugen die reichen Spaniolen gesehen hatten, Köpfchen unter Öie . segnende. Hand des die in Amsterdam mit Samtbarelt und Fremden bogen wie unter die des Vaters, Spitzenkragen, den Kavaliersdegen an der auf datz über ihnen der Wunsch ausge- Seite, einhergingen, als wären sie wirklich sprachen würde, daß sie einst werden sollten Herren und hochgeborene. wie Efrajim undMenascheh und die frommen Noch viel angesehener aber waren jene Erzmütter, Gott hatte ihm einen mißanderen, die als Sendboten des heiligen gestalteten Körper gegeben, der ihn fremd Landes, die aus Erez Israel selbst kamen, bleiben ließ im Kreise froher Mensche»,, Venen gönnte man kaum die Zeih das die alle ihre Glieder frei regen dürfen. Schabbosmahl in Nuhe zu essen, und kaum Er trug auf dem Nucken die bittere Last chatten sie den Löffel aus der Hand gelegt, eines großen Höckers, und seine haut war so mußten sie erzählen bis in die späte nicht glatt, sondern von unzähligen Schwären Nacht hinein, und wenn sie endlich ver- und Runzeln zerrissen. vie Männer achmeinten, nun hätten sie alles berichtet und teten ihn ob.seines Fleißes, seiner Frömmig. es gäbe rein gar nichts mehr zu erzählen, keit und seiner wundersamen Kunst, die dann brach eine Flut von Fragen über sie Frauen aber gingen ihm aus dem Wege, herein, von denen sie kaum einen Teil und >N die Uugen der Kinder kam etwas beantworten Konnten.' Sie mußten die wie verstehen des Lösen dieser Welt, wen» Verse der Lides aufzählen, die in die sie ihn sahen. ■ Tempelmauer zu Jerusalem eingeritzt sind, Sein Tisch war so gut bestellt, wie und. Rede stehen über die Burg 3ion. irgend einer in der Gemeinde, er war mit Etliche fragten nach dem Berge Karmel feinstem Linnen gedeckt, und die Sabbat- und andere nach dem Garden, die wollten speise dampfte in silberner Schüssel Er wissen, ob die GliveNbäume noch wachsen, hätte tun können, wie jeder andere, hätte von denen man einst das Salböl für den einem Wanderer sagen können: „Komm. Hohenpriester gewann, und jene, ob unsere mit mir und sei mein Gast!" Uber er Mutter Uahelnoch immer in ihrem Grabe wagte es nicht. Venn es war ihm. als um die verstreuten Kinder weint. So erbetrüge er jenen um das Beste der Schabbosfüllten sie alle mit Eifer und Lust das freude, um den Kreis erwartungsvoller Ge- Gebot: „Scha'alu sch'Iaum jeruscholojim" sichrer, um die eifrigen Gebärden, »nit denen <„Zraget nach, was sich zu Jerusalem be> man ihm die besten vissen zuschob, um gibt!"). Und war ihnen der Schabbos all die „Uch" und „DH", mit denen man schon ohnehin die schönste Zeit der ganzen seinen Bericht unterbrechen würde, und be- Woche, so wurden diese Stunden am Schabsonders um das süße Vetteln der Kinder, bostisch eine Zeit der Glückseligkeit und der die zur Luhe sollten und nicht vom Tisch Begeisterung, wenn der Gast ihnen von der wegfanden, solange der Unrech erzählte, alten, ewig unvergessenen Heimatdes jü* . Hein, der Lichtsieder lud sich keinen dischen Volkes berichtete. Gast an seinen Schabbostisch Uber er selbst Uber während des Lichtsieders Kerzen ging auch in keines jener Häuser, in denen zu solchem Erzählen und Erlauschen^ in ein Uurech weilte, wie es sonst die Un< Hellem Glanze strahlten, als hätten sie Teil" beweiblen^zi» tun pflegten^ So^ehi^ki^ssch^ NS

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.