Bar Kochba
- Journal
- Bar Kochba
- Volume
- 2 (1920-1921)
- Issue
- Heft 7 (Oktober 1920)
- Date
- 1920-10-01
- Page
- Seite 110 (sequence 14)
- Language
- German
- Belongs to
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und bong?, als der Lederherz nun immer jenem wunderbar strahlenden Blicke, in heftiger schrie: „warum sagst du nichts? dem das Menschenauge nur in der Todes- Sag' das Schemah! Ist denn keiner, der stunde erglänzt. mir die Liebe antun will? Seid ihr alle Ich weiß nicht, ob er mich erkannte, stumm und blind!" - aber kaum hatte ich die ersten Worte ge- Angstvoll kam der Lipp zu mir in's sprachen, als er einfiel und Mit erschütternder psarrhaus und erzählte mir alles. „Und Stimm« die Worte nachsprach, und wenn was will er denn nur mit dem Schemah?" ich innehielt, winkte er, daß ich fortfahren fragte er zitternd. Ich erklärte ihm, daß solle, und ich wiederholte es fort und das die Verse 4 bis 8 im fünften Buch fort—Mit dem Worte Adonai (Gott) Moses Tapitel (» bedeutet. Diese Worte hauchte er seinen letzten Atem aus, und enthalten däs Glaubensbekenntnis der ich drückte ihm die Augen zu . . Zuden, und mit diesen Worten auf den Ich glaub«, daß ich nie getreuer ein Lippen Hauchen sie gläubig ihren letzten Diener am Worte und im Geiste der Liebe Atem aus. gewesen bin, als jetzt, da ich, der christ- „was sollen wir tun?" fragte Lipp. liche Geistliche, einem Juden sein Gebet .was wir tun können", antwortete in der letzten Lebensstunde verrichten half, ich, nahm meine hebräische - vibel, suchte Spät in der Nacht kam der Bruder die Stelle, und begleitete Lipp Nach Hause. und eine Schwester des verstorbenen und Als ich eintrat rief der Kranke: „Kommt mit ihnen noch Zwei Männer aus seinem Ihr? Ich bin bereit!" Dorfe, Lipp erzählte ihnen, wie der Leder- Ich begann nun in hebräischer Sprache Herz gestorben sei, und sie kamen zu mir die Worte: „höre, Israel, der Herr unser und dankten mir unter heftigem weinen. Gott ist ein einiger Gott. Und du sollst Als sie am Morgen mit der Leiche davon den Herrn, deinen Gott lieben von ganzem fuhren, gab ich in Gemeinschaft mit dem Herzen, von ganzer Seele und mit aller Lipp dem verstorbenen das Geleite bis an Kraft . . ." die Grenze, unserer Gemarkung. Als ich dies in hebräischer Sprache laut Dies nun ist eine der Erinnerungen, las, sah mich der Lederherz groß an, mit die mir das Herz am tiefsten bewegen. m e i ne schätze von ft a n u i) 111 a r.g u 1 i « $ . fl u t r b a d). «Schluß) Auf dem lieben alten Zinnteller wurden hebräisch : „Dieses ist das Brot des Elends, Servietten gefaltet, da hinein kamen die das unsere Väter in Aegypten aßen,5 Mazzoth, und oben darauf all dir Sachen, und er hob den Teller mit allem darauf die man zum S«der braucht: ein Ei, ein hoch empor, daß ihn alle sehen konnten, gebratener Knochen, eine süße scharfe Aber wir wollten auch helfen, den Teller Masse, bas Eharoseth genannt, ferner geallen zu zeigen, und darum half jeder beim riebener Meerrettig und ein grünes bitteres Aufheben mit, und ich mit meinem noch Kraut, der Maror. was die einzelnen sehr kurzen Arm mußte mich sehr anstrengen, Dinge bedeuten, wißt ihr ja. Und beim um noch mit einer Fingerspitze den Teller Seder. da sagte unser Vater, natürlich auf zu erreichen. Jetzt helfe ich auch den