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Bar Kochba · 1920-10-01 · Heft 7 (Oktober 1920) · p. Seite 108

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Bar Kochba
Volume
2 (1920-1921)
Issue
Heft 7 (Oktober 1920)
Date
1920-10-01
Page
Seite 108 (sequence 12)
Language
German
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Lederherz Aus den Erinnerungen dt» Pfarrers vom Serge*). x Von V e r t h o td Kuerbach. Oie Hausierer und Trödler sterben in Besohlung Stücke aus der Spange ausunseren Tagen au;. Seitdem wir Eisenschneiden zu lassen. Der Lederherz lieferte bahnen haben, holt sich jeder, war er beden Vorrat, und dazu trug er noch sein darf, aus den stehenden großen Magazinen. Schild Mit sich herum : denn die Ellenbogen Ehedem aber war. solch ein Hausierer, bei seines Nockes waren mit Lederstücken bedem alles zu haben und alles anzübringen setzt, in herzform ausgeschnitten, war, eine eigentümliche Figur im Dorf«. Ich war bald ein Jahr im Dorfe, der Jedermann kannte ihn und er blieb doch Lederherz hatte nie versucht irgend ein immer ein Fremder. Geschäft mit mir zu machen. Meiner Frau Als ich in woldhausen Pfarrer war, kaufte er indessen die Federn von unseren hatten wir.solch einen Hausierer, der fünf Günsen ab, und sie machte auch zuweilen Tage in der Woche im Dorfe daheim war, einen Tauschhandel mit ihm, wobei sie mir ohne sich je ansässig zu machen. Sein oftmals seine Redlichkeit und Rlugheit heimatrort war acht Stunden von uns entrühmte und mir auch von seinen Lebensfernt, und in der Regel war er schon Sonn- Verhältnissen erzählte. Er war der älteste tag in der Frühe bei uns: er wandert« die von vier Geschwistern und hatte, wie er Nacht hindurch mit seinem schweren Huersagte, „das heiraten versäumt": denn er sack den weiten weg. Er hatte nichts Zu^ mußte für die Anderen sorgen, denen er dringliches, und ich erinnerte Mich bei ihm aus seinem Erwerbe zur Begründung eines gern eines Wortes, das einst bei unseren Hausstandes verhalf. Jetzt, sagte er, habe Landständen ausgesprochen wurde. Er war er's leicht, denn er habe nur noch feine da viel davon die Rede, wie gefährlich alte bald achzigjährige Mutter zu ernähren, die Hausierer seien, wie sie die Menschen Erst im zweiten Winter wurde ich selbst zum Ankauf von Dingen verleiten, deren mit ihm. bekannt. Er war auf die Besie nicht bedürfen, und da sagt^ ein alter dürfnisse aller Menschen bedacht, und so trocken wikiger Professor: „Ja wohl, ich brachte er mir hohe Pelzstiesel, die ich jetzt kenne die Gefährlichkeit dieser Wegelagerer noch habe. Er erklärte mir mit klugem auch. Ich gehe einmal vom Collegium und gutherzigen Lächeln, daß ich die Stiefel nach Hause, und da hält mich am Hellen haben Müsse, wenn ich im strengen Winter Tatze auf offener Straße solch ein Wegenach meinem Zilial oder nach den entlagerer von Hausierer an und fragt mich: fernten Bauernhöfen zu Rrankenbesuchen .Nichts zu handeln?' Ich sage nein und.. . fahre. Er trank bei uns eine Tasse Raffee da war die Gefahr vorbei." "- eine andere Speise nahm er nicht - Unser Hausierer war ein Jude Mit und ich gewährte es ihm gern, daß er Namen Herz oder Hirz, was eigentlich Hirsch dabei sein schwarzes Sammetkäppchen ausheißt: jedermann aber kannte ihn unter setzte. . Ich bezahlte ihm den Rauspreis dem Namen tederherz. In meinem Dorfe für die Stiefel sogleich bar: er sagte, das war er nämlich der Brauch, daß die Bauern habe ja nicht solche Eile, aber ein eigener sich große Spangen Sohlleder kauften, um Glanz trat in sein großes, dunkles Auge, benötigten Falls beim Schuster zur frischen als ich ihm das Geld darreichte und dabei in hebräischer Sprache den Vers 14 und 15 ') Nu» rtu»rb.,ch , volinkai,»»»! aus 5. Buch Moses Tapitel 24 sprach: 108

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