Bar Kochba
- Journal
- Bar Kochba
- Volume
- 2 (1920-1921)
- Issue
- Heft 7 (Oktober 1920)
- Date
- 1920-10-01
- Page
- Seite 104 (sequence 8)
- Language
- German
- Belongs to
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„Die Kinder?" wiederholte er, „nun, Land bringen, wo keiner uns kennt, und die muffen augenblicklich aus dem Schlafe habe ich sie euch übers Jahr nicht sicher geweckt und zur Reis« bereit gemacht in Neapel abgeliesert, so soll meine Seele werden." keine Ruhe im Grabe finden." „Rber da» ist ja unmöglich." rief sie Vir Mutter schluchzte, sie warf sich weinend, .denke doch die zarten kleinen —- nieder vor dem Bett der aus deck sie lind, viel zu jung für eine solche Reise Schlummer erwachenden Kleinen, auch der und würden sie gewiß nicht überstehen. Vater beugte sich weinend über sie, aber vedenke. Noemi hat kaum das dritte Jahr endlich erkannten sie doch, daß dies der erreicht, und Ephraim liegt fieberkrank einzige Nusweg sei, und begannen in darnieder." fieberhafter Eile für die Reise zu rüsten. In den Rügen des jungen Rrztes Im Dunkel der Nacht verließ zuerst der prägte sich ein heftiger Schreck aus - das alte Rbraham mit den vor Schrecken oerhatte er nicht bedacht. stummten Kindern das Haus. Rls die Tür Miriam barg ihr tränenüberströmtes sich hinter ihnen schloß, war es Miriam, Gesicht an Nathans vrust und sah Hilfeals müsse sie zusammenbrechen, aber mit flehend zu ihm auf, aber er wüßte keinen sanfter Gewalt hob Nathan sie auf und Rat und sagte mit bleichen Lippen: „So eilte mit ihr auf Umwegen zum Hafen, sind wir alle verloren!" , wo der Kapitän, dem blinkender Lohn . In diesem Rugenblick wurde die Tür 'verheißen war, schon ihrer wartete und sie geöffnet, und der alte Rbraham trat mit zu dem versteck geleitete, in dem sie bis einer Schüssel voll dampfender Zische in zur Rbfahrt des Schiffes bleiben sollten, das Zimmer. Frau Miriam ließ den Rls am nächsten Mittag, nachdem die Glitten los und ergriff aufgeregt die Hand Verräter vergeblich im Hause des Toten des treuen Dieners. „Rbraham. hilf du auf den jüdischen Rrzt gewartet hatten, uns. vielleicht weißt du einen Rat." und um ihn den Voten des Gerichts zu überin hastigen, flüsternden Worten verkündete geben, ein Rbgesandter an Nathans Tür sie ihm das drohende Unheil'. Ruch klopfte, da fand er nur verstörte Dienerinnen Nathan sah erwartungsvoll in des Riten vor, die keine Ruskunft über den verbleib ernstes Gesicht. ihrer Herrschaft geben konnten. Der ent- . „3ch sehe nur einen Rusweg," sprach täuschte Pöbel, betrogen um das Schauspiel dieser, „ihr, Herr, flüchtet noch heute Nacht einer brennenden Iudenfackilie, hielt sich mit eurer Gattin: mir aber überlaßt ihr an den kostbaren orientalischen Teppichen, die Kinder, und wenn ein Jahr verstrichen dem schweren Silbergerät und feinen und Noemi zu einem kräftigen. Mägdlein italienischen Glas schadlos, und bald lag herangewachsen ist, so bringe ich sie euch das einst so stolze Haus verwüstet da. — beide sicher nach Neapel." Kaum ein Jahr war vergangen, da „Meine Kinder verlassen?" weinte Zrau schritt eines Rbends ein alter Mann mit Miriam auf, „nein, nie. niemals," und schnellen Schritten durch die Straßen von Nathan schüttelte gleichfalls entschlossen das Marseille. Seine Züge waren von dem Haupt. . - dichten, großen vart halb bedeckt, und die „So wißt ihr, welches Schicksal euch Kapuze des Mantels hing ihm tief über droht," sprach Rbraham. „erst kürzlich hat die Rügen. Ruf seinem Rrm, eng an seine eine Touloner Iudensamilie den Feuertod Lrust geschmiegt, sah ein liebliches kleines gesunden, und in Doulogne soll der Pöbel Mädchen, und an der Hand führte er einen unschuldige Kinder gesteinigt haben. Laßt etwa fünfjährigen Knaben, dessen Züge mir die Kinder." bat er. „ich will sie aufs gleichfalls unter, einer dunklen. Kapuze fast