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Bar Kochba · 1920-09-01 · Heft 5 (September 1920) · p. Seite 77

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Journal
Bar Kochba
Volume
2 (1920-1921)
Issue
Heft 5 (September 1920)
Date
1920-09-01
Page
Seite 77 (sequence 13)
Language
German
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vom VIII. Turntag der Jüdischen Turnerschasl jDas lurn« und Sportfest, das der Großen, die Gardemaß hatten, bis zu den Berliner „Var lisch da" dem Turntag ganz kleinen sechsjährigen Mädelchen, dt» zu Ehren veranstaltete, begann morgens immerzu Trab lausen mußten, um dabei mit turnerischen Wettkämpfen. Zahlreiche zu bleiben. Vie Turnkleidung war ver- Turner und Turnerinnen aus allen Telschieden, bei den einen hell, bei den andern len Deutschlands hielten ihren Einzug dunkel, aber alle trugen den Magen David in die Halle, wo alsbald ein reger als Abzeichen. Besonders vernünftig waren Turnbetrieb an Barren, Reck und Pferd die Hamburger, die keine Strümpfe angebegann, während gleichzeitig auf dem Schulzogen hatten, die beim Laufen doch nur Hof der Wettbewerb im Kugelstoßen und hindern. Springen ausgefochten wurde. Die turne- Dann begannen die Wettkämpfe, rischen Leistungeil waren zum großen Teil meistens Läufe, von solchen über KO m gut, einige sogar ganz vortrefflich, aber bis zu einem über 3000 m. Besonders . sehr zu wünschen übrig ließ die Turninteressant waren manche Staffelten, bei disziplin. Unsere Turner und besonders denen man deutlich erkennen konnte, wie unsere Turnerinnen haben er noch nicht wichtig es ist, daß die Mannschaften den genügend gelernt, auf dem Turnboden den Stabwechsel gut trainiert haben, während Schnabel zu halten. Vas ist ein Mangel in der Laufbahn in kurzen Rbständen die an Selbstbeherrschung, der bei Turnern be- Startschüsse knallten, fanden auf dem Rasen sonders häßlich auffällt. — Mir hat ganz beandere sportliche Uebungen statt. Vesönsonderr^ein verliner Turnbruder imponiert, ders schön waren die ^nithmischen Turn» der im Rriege ein Bein verloren hat und Übungen" der Leipziger Mädels zum Rlange trotzdem einer unserer besten Turner ist, der Musik. Im Kugelstoßen, Weitsprung der nicht nur am Reck und Barren die und Stabhochsprung wurde Guter geleistet, schwersten Uebungen macht, sondern auch Ruch schwedische Tanzübungen, von einer rudert und - springt. Ihr werdet euch Berliner Mädchenriege vorgesührt, geselbst sagen können, welche Willensstärke fielen sehr. dazu gehört. Rm Rbend hatte der „Ifftus" tJüd. Rm Nachmittag fand sich dann ein Zrauenverein für Turnen und Sport) zu zahlreiches Publikum auf-dem Teutoniaeinem gemütlichen Beisammensein einge- Sportplatz ein. Vas Programm war so laden, va gab es nicht nur Eis und «in reichhaltig, daß lange vorher schon Russehr luftiges Rasperletheater, sondern auch scheidungskämpse stattsinden mußten, um eine Zechterriege de» Berliner Bar Rochba, nur die Besten aus jedem Verein an der die nach hebräischem Rommando focht. Entscheidung teilnehmen zu lassen. Um' Stabübungen der Ifftus und zum Schluß 4 Uhr erfolgte dann der Einmarsch aller mußten die Leipziger Mädel nochmal» ihr« Teilnehmer - etwa 400 an der Zahl. Runst zeigen und turnten „rqthmisch" zum Sie marschierten zum Rlang einer furcht- Rlang einer Ziehharmonika. . Sie machten baren Blechmusik, viel besser wäre es ihre Sache besonders gut. gewesen, wenn sie «in Lied dazu gesungen Rm Montag waren Verhandlungen, hätten. Rber der Rnblick war umso schöner, von denen euch wohl nur.dar eine inter- In kurzem Rbstand folgten einander, nach essiert. daß der Herausgeber de» „Var Vereinen geordnet, erst die Turner und Rochba" zum Vorsitzenden der „Jüdischen danach die Turnerinnen, von den ganz TurNerschaft" gewählt wurde.

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