Bar Kochba
- Journal
- Bar Kochba
- Volume
- 2 (1920-1921)
- Issue
- Heft 5 (September 1920)
- Date
- 1920-09-01
- Page
- Seite 75 (sequence 11)
- Language
- German
- Belongs to
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zog man durch die Straften zum Stadttor, das noch geschlossen war. Der Rabbi befahl den Machen; es zu öffnen: da stand vor dem Tore der Rote und das Schofar hielt er in seiner k)and. va streckte der Rabbi seine Hand aus und segnete den heimgekehrten mit dem dreifachen Segen der Priester; und alles Volk sprach „Rmen!" Man kehrte zur Synagoge zurück, und ohne abzusetzen blies der Rote das ganze Lärmblasen, bis zur Tekiah gedolah, wie es vorgeschrieben ist. — Seine Fahrt mit dem Gibborim aber schien er ganz vergessen zu haben, und war hernach wieder der Rote, der den Frauen am Freitag das Wasser trägt. r.s x. Jugendleben cmpn m C in j ü d i s ch er 3 u gen dt a g lZorgetzung.) - Schon auf der Landstraße waren UNS wurde mir gesagt, also zog ich los und zahlreicheMädels und-Iungensentgegensuchte den widderhos.Bberdie^Scheune war noch nicht geräumt, um sechs Uhr, hieß es, würde es soweit sein. Da ging ich solange spazieren. Die Bundesleitung hatte aller so gut eingerichtet wie in einem Manöver. Bn den belegten Scheunen stand dran, ob sie für Mädels oder für Jungen? bestimmt waren. Am Brunnen, wo die Bewohner das Wasser für die Wirtschaft und für das Vieh holen, stand angeschrieben, daß dort das Waschen verboten sei. Ferner war angeschlagen, wo man Holz zum Bbkochen bekommen konnte. Ueberall standen und saßen die Blauweihen, überall gab er Begrüßungen, wurden Freundschaften von früheren Bundestagen erneuert. Und an manchen Stellen brannten schon die. Kochseuer, wurden Kartoffeln geschält und hie und da roch es - angebrannt. Bis ich so durch entferntere Teile de» Dorfes ging, kam ich an einer Scheune vorbei, in der stand ein ganz alter; weift. gekommen, die die Blauweißnadel trugen und uns mit „Schalom" begrühten. Bis wir ober in die lange, schmale Dorfsträße kamen, wurden ihrer immer mehr, und auf dem großen Marktplatz, wo unter einer mach, tigen Linde der Dorsbrunnen steht, wimmelte es von jungem Volk. Es. war noch nicht spät am Nachmittag und die Dörfler fast alle draußen auf dem Felde, so sah es aus. als wenn der ganze <vrt der Jugend allein gehöre. Immer neue Scharen kamen an. die. dicken, gefüllten Rucksäcke auf dem Kücken, in freier, luftiger „Kluft", alle Köpf« ohne Hut, wie sichs für Wanderer ziemt, ja, manche hatten sich sogar von Strümpfen und Stiefeln losgesagt und kamen . barfuß daher. Da sie es aber nicht gewohnt waren und dar Kopfsteinpslaster arge Spitzen Hatte, stolzierten sie meistens herum, wie die Störche im Salat. . 3m Gemeindeamt hatte der (Quartier* macher sein Büro ausgeschlagen. Bei ihm meldete man sich und bekam die Schlafstelle angewiesen. „3n der Widder-Scheune" 75