Bar Kochba
- Journal
- Bar Kochba
- Volume
- 2 (1920-1921)
- Issue
- Heft 5 (September 1920)
- Date
- 1920-09-01
- Page
- Seite 74 (sequence 10)
- Language
- German
- Belongs to
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der ihnen dar Schofar bläst?" Der Rote war sehr erstaunt, daß; jemand hier wußte, wer er sei und welchen Streicher den Leuten daheim gespielt hatte, über gleichzeitig fiel ihm ein, wie schlecht sie ihn behandelt hatten und insgeheim freute er sich, daß sie nun seinetwegen in Not kamen. „Seht einmal an", dachte er, „wenn der üm-haarez nicht bläst, fängt dar neue Jahr nicht an, und auch der Nabbi kann nichts daran ändern, über der ülte vermochte wohl seine Gedanken zu lesen, denn er sagte: „Er ist nicht dein Verdienst, wenn nur du dar Schofar des Jehoschua zu blasen vermagst, sondern der Segen deiner frommen Eltern und Voreltern,/ die Nachkommen dessen waren, der Israel an Moschehs Statt in das Land führte. Sie achten dich daheim gering, weil du nichts gelernt Hast, als was man mit der Kraft des Körpers vollbringen kann. Nun wohl,' mache dich noch in dieser Stunde auf und kehre heim zu den Deinen, und wahrlich, sie werden dich mehr ehren, als einen Fürsten. Hörst du aber nicht auf meine Worte, so wird die Kraft von dir genommen werden und Du wirst sterben, verflucht und vergessen." üls der Ülte diese Worte gesagt hatte, verschwand er; der Note aber fühlte plötzlich eine unsagbare üngst um die Gemeinde, die er verlassen hatte. Er stieß in das Schofar und rief die Gibborim herbei. „Führt mich heim und folget mir dorthin!" rief er, und schon brauste die N eiterschar über das lNeer gen Norden. Währenddessen war man in der Stadt in großer Not. Krieg war ausgebrochen, ein mordgieriges Heer lagerte vor den Mauern und wollte just am Nauschhaschonoh den Grt mit Sturm berennen. Und zu dieser Sorge gesellte sich die andere, daß kein Schofar da war und niemand, der es hätte blasen können. Wie sollte man das neue Jahr beginnen ohne Lärmblasen? In der Nauschhaschonohnacht stand der Nabbi am Fenster seines Kaufes, von wo er die ganze Gegend überschauen kannte, die erhellt war von den Wachtfeuern des. Feindes. Er hatte den ganzen Tag über Heiße Gebete zum Fimmel geschickt- und nun hatte er keine Worte und keine Tränen mehr. Wie er so dastand, war es ihm, als Höre er das Stampfen vieler Nossen, fremde Neitergeschwader sah er durch die Luft brausen und, - er traute seinen Blicken kaum!, - an ihrer Spitze ritt der Note und schwang das Schofar hoch über seinem Haupte. Da sank der Nabbi bewußtlos um. Üls am andern Tag die Stadt erwachte, war das Lager der Feinde leer und verlassen. Da strömte alles in die Synagoge, um Gott für die Rettung zu danken. Ernst und bleich stand der Rabbiner, an seinem.Platz. Kein Wort über das, was er gesehen hatte, kam über seine Lippen, üls aber der üugenblick gekommen war, wo das Schofar geblasen werden sollte, schritt er hinaus und bedeutete der Gemeinde, ihm zu folgen. Schweigend 74