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Bar Kochba · 1920-07-01 · Heft 2 (Juli 1920) · p. Seite 25

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Bar Kochba
Volume
2 (1920-1921)
Issue
Heft 2 (Juli 1920)
Date
1920-07-01
Page
Seite 25 (sequence 9)
Language
German
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wohnen. . Und man kann sich vorsttllrn. So begann auch ich: wie der Vater jetzt vor der Tür steht und -Di» König* Nr trd« tr«i«n aus . seinen Segensspruch über eben diesen Mond vie Stimme bricht ab. Geräusch von macht, während die Mutter zu demselben Schritten läßt sich vernehmen funkelnden Stern emporblickt, den ich jetzt .Wer da?" fragt jemand aus jüdisch. gerade betrachte, wir sehen beide aus »2ch. und wer ist dort?" einen Punkt des weiten weltenraumr. und „wir"» antworteten mehrere Stimmen ich fange an zu weinen und ahne, wie auf einmal. meine Mutter auch weint. Und Nacht und „Gepreßte?" . . Sterne hören zudie Grillen zirpen leise. „Gepreßter?" Da ist mir. als nehmen sie Rnteil an Während noch die Fragen hin und her meinem Leid, als beklagen sie mich. flogen, waren wir zusammengetroffen. Ich nahm den Ranzen und ging mit Es waren drei Gepreßte, deren Herren den Pferden auf das breite, freie Feld, in einem entfernten Dorfe wohnten. Ruch dessen Grenzen sich in der Dunkelheit oerfl« gingen mit dem Vieh ihrer Herren auf loren. Ich weiß nicht, ob ich von selbst die Nachtweide, und wir trafen uns zufällig oder um meinen Herrn zu ärgern diesmal in diesem Tal. nicht aüf fremde Felder ging, sondern in Es war mir eine große Freude, sie das Tal hinabzog. wo Peter die Heuernte mit ihren Namen anzureden: den größten gerade zumTrocknen auSgebreitet hatte. Ich Jakob, und die beiden andern, Simon und streckte mich gerade auf das weiche Heu hin. Rüben. Rber dort in dem . Tale stellten Line klagende Stimme schreckte mich fle sich mir so vor, wie man sie zu Hause auf. Nicht fern war die Stimme. Sie stieg nannte: Jokl, Schmueli und Rübik. auf und schwebte über dem Tal. Ich fuhr wie ich weiterhin erfuhr, trafen sie sich zusammen. Die Stimme klang immer regelmäßig an bestimmten Tagen in unserem inbrünstiger. . . Ls war eine zarte, er- Tale. Ls war eine „Klaus"*) besonderer greifende Stimme. Sie schien sich geradezu Art, die Man „Klaus Red Joklr' hätte an mich zu richten. Ich erhob mich zitternd nennen können, und ging langsam auf sie zu. Rings um Er. Johl, war ein ungefähr fünfzehnmich, über Mir, unter mir — pechschwarze jähriger, mit Thorakenntnlssen vollazprops- Finsternis^ Der Mond war längst untertet Junge, wir alle hatten die Zeitrech, gegangen. Nach wenigen Schritten konnte nung schon vergessen. Lr allein konnte ich schon meine Pferde nicht mehr erkennen, itojj darauf sein, die Tage genau nach vald unterschied ich einzelne Silben der Namen und vedeutung zu kennen und Sprechenden. Ls war eine leis anschwellende besonders die Sabbathoorabende. Seine weise, die mich zutiefst ergriff - die Gefährten zeugten für die Zuverlässigkeit Melodie der Psalmen: seiner Worte. Und besonders stolz war „v«nn Gott n»nni den weg der Fromm««, er, daß er auch über die Jahreszeiten üb«r der Lottlosen weg vergeht.» Utscheid wußte, so daß ihm keins von Meine Furcht wich, und an ihrer Stelle den Festen perloren ging Rn allen Festen trat Staunen, wie kam diese Weise hierversammelten sie sich in unserm Tal. her in unsere Verbannung? Ich begann Nach Joklr Rechnung fiel Tisch'ah beaw zu zweifeln, ob ich nicht nur träumte. m diese Nacht. Darum waren sie hier .warum »oben di« Volk«» . -—- N Die Stimm« lockte mich. Koste es, was es wolle, ich mußte mit ihr in Verbindung treten. Und sinnen Nationen Vergeblicher?» „wenn es sich so verhält", fragte ich verwundert, „das sind doch Psalmen, die »1 chassidisch» vetstube. 25

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