Bar Kochba
- Journal
- Bar Kochba
- Volume
- 2 (1920-1921)
- Issue
- Heft 2 (Juli 1920)
- Date
- 1920-07-01
- Page
- Seite 24 (sequence 8)
- Language
- German
- Belongs to
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W i r a I l e Haben den 9. flb der Jahres 1914 erlebt, an dem der Trauertag Israels zu einem Trauertag der ganzen Welt geworden ijt. Kn diesem Tage begann der Weltkrieg. Nein Erdteil blieb an ihm unbeteiligt. Europa. Asien und Afrika wurden zum Schlachtfeld. Australien und Amerika sandte seine Löhne in den Kampf. . Millionen Menschenbrüder haben sich gegenseitig vernichtet, Millionen sind als Krüppel Heimgekehrt, Abermillionen haben Hunger und Entbehrungen gelitten. Eine furchtbare Trauer erfüllt die ganze Welt, wir aber denken an unsere Männer des Friedens, an unsre Väter und Vorväter,, die keine Männer hp» Schwertes und der Gewalt sein wollten, die den Ruhm des Krieges verachteten, weil er mit Blut und Tränen erkauft war, die nicht Helden im Töten waren, sondern Märtyrer im Leben, die . ihr Geschick ertrugen, und die lieber Gewalt und Unrecht erlitten, als verübten. Jüdische Jungen und Mädels, Ihr werdet einmal Männer und Frauen sein! Dann sollt Ihr einen Kampf führen: den Krieg gegen den Krieg! „Vu sollst nicht töten!" ist am Sinai geböten worden, und unsre Zeit hat Millionen Menschen einander töten lassen, wenn Ihr die Männer des neunten Ab recht versteht, so sagen sie Euch: der wahre Jude verabscheut den Kampf, verachtet das Schwert, er liebt den Frieden und alles Leben ist ihm' heilig! Der alte jüdische Gruß, der heute wieder in Erez Israel ertönt, heißt: „Schalom!", d H. „Friede!" Mit ihm grüßen wir heute alle Menschen, auf daß bald die Zeit der Trauer zum „Menachem Ab", zum. tröstenden Monat Ab werde. \ Der T i s ch a h b R b der „ G e preßte n von 3 « f| U 6 a Steinber.g.? 3n Nufjland wurbtn früher jüdllch« Knabtn von „Häschern" ihren Eltern geraubt,'um' sie zu Soldaten zu erziehend Sie wurden bei Bauern auf dem Lande Untergebracht, tkin solcher „Gepretzter" erzählt da» folgend« Erlrbnir. ver Gang auf die Nachtweide war ein des andern weidet, während das Vieh des besonderer Gang, über den ihr sicher nicht andern auf den Feldern des ersteren weilt, näher Kescheid wißt, Den Tag über ver- und beide sind zufrieden und freuen, sich, richtet das Vieh nämlich Arbeit auf dem Ertappt man den Dieb auf frischer Tat, Felde, und daher müssen die Eigentümer, so empfängt er Schläge. Es ist nun einmal die er doch füttern müssen, es in der Nacht so Krauch. auf die weide führen, wo er nichts zu Trotz alledem war mir dieser Gang arbeiten gibt. Aber woher soll man das lieb und wert. Ich hatte die Nächte gern, Futter nehmen? So geht man mit dem wenn der Mond sein fahles Licht über das Vjeh auf dar Feld eines andern. Vieser Land ausgießt. Weiter als drei Schritte andere ist auch Viehbesitzer: er hat auch kann man nichts unterscheiden und nicht Pferde, die in der Nacht nicht arbeiten, sehen, wo man sich eigentlich befindet: aber sie dürfen natürlich auf semen wiesen frei darf man seiner Phantasie die Zügel nicht weiden, was tut er also? Er schickt schießen lassen : nur der Himmel wölbt sein« Pferde zu seinem Nachbar. Er kommt sich über' einem, derselbe Himmel,? unter vor, daß dar Vieh de; einen aus den Feldern dem auch Vater und Mutter und alle Lieben 24