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Bar Kochba · 1920-07-01 · Heft 2 (Juli 1920) · p. Seite 23

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Bar Kochba
Volume
2 (1920-1921)
Issue
Heft 2 (Juli 1920)
Date
1920-07-01
Page
Seite 23 (sequence 7)
Language
German
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3 i tzcha k fl b a r b a n e l lebte zur Zeit der Iudenaustreibungen aus Spanien und Portugal. Er war ein Freund und verater des Königs Rlfanfo V. von Portugal, wurde aber von dessen Sohn vertrieben und ging nach Spanien, wo damals Ferdinand und Isabella regierten. Wie es dort zur Vertreibung der Juden am 9. üb 1492 Kam, erzählt er in seiner Lebensgeschichte, wie folgt: „Im Jahre 5252 der Schöpfung. eroberte der König von Spanien das ganze Reich Granada und die mächtige, reichbevölkerte, hochberühmte Hauptstadt desselben. Da der die Eroberung seinem christlichen Gotte zuschrieb, sagte er zu sich selber: wodurch könnte ich wohl meinem Gotte, der mich mit Kraft ausgerüstet zum . Kriege, wohlgefälliger erscheinen, wie mich meinem Schöpfer dankbarer erweisen, der diese Stadt in meine Gewalt gegeben, als das im Finstern wandelt, die zerstreute Herde Israels — oder aber sie hinaustreibe in ein anderes Land, daß sie nicht ferner in diesem Lande wohnen und nicht mehr bestehen vor meinen Rügen? Zu jener Zeit war ich am Hose des Königs und mühte mich ab mit Sitten und Flehen für mein Volk. Dreimal trat ich vor den König hin, warf mich vor ihm nieder und sprach: „hilf, o König, warum willst du so mit deinen Knechten verfahren? Lege Uns doch Steuern auf, laß uns Gaben, und Geschenke bringen, was jeder von uns besitzt, wird er deinem Lande gern opfern." Ich wandte mich an meine Freunde, welche die Gunst des Königs besaßen, daß sie bäten für mein Volk, und die vornehmsten redeten vereint dem Könige mit aller Macht zu. daß er jene Befehle des Zornes zurücknehmen und seinen Vorsatz, die Juden zu vertreiben, aufgeben möge. Aber der König verschloß allen sein tvhr und wollte niemandem antworten. Und besonders die Königin bot all ihre veredtsamkeit auf, um ihn zu bestärken, das einmal begonnene Werk durchzuführen. Und so bemühten wir uns ohne Erfolg. Wir hatten nicht Frieden. Ruhe und Rast, — dar Unglück brach über uns herein!. Vas Volk aber erschrak sehr über die böse Rachricht und überall, wo der Königs vefehl bekannt ward, sah man große Grauer bei den Juden, und es war Schrecken und Angst, wie sie nicht gewesen, seit Israel aus seinem Lande vertrieben wurde. Und einer sprach zum andern: „wir wollen einander stärken in unserm Glauben und in der Lehre unserer Gottes vor der Stimme der Lästerer, vor dem tobenden Feinde. Lassen sie uns am Leben — nun, so leben wir. töten sie uns, so wollen wir sterben. Aber nie wollen wir unser« Bund entweihen und unser Herz abwendig machen, sondern wandeln nach wegen^unferesGottes." " Und so zogen sie aus, unfähig zUm widerstand, das Volk, in dessen Mitte ich war, dreihunderttausend Fußgänger, Jung und Rlt, Männer. Frauen und Kinder, an einem Tage, am 9. Ab, aus allen Provinzen des Königs, wohin der Geist sie zu gehen trieb, dahin gingen sie, und wußten, daß Gott ihnen voranschritt. Einige gingen nach dem nahegelegenen Portugal und Navarra, aber bitteres Leid und schweres Unglück traf sie alle, Raubgier, Hungersnot und Pest. Einig« vertrauten sich dem Meere an und suchten in den Wogen einen Pfad, unter ihnen war auch ich, und so kam ich mit meinen Kindern nach dem geprtesenen Neapel, im Jahre 5253 der Schöpfung, d. i. das Jahr 1493." So hat Israel zu allen Zeiten, in denken am 9. Ab das Unglück über er herejnbrach. Männer in seiner Mitte gehabt, die seine Führer wurden und 'mit starkem Geist er zu trösten wußten und ihm die Hoffnung auf eine glücklichere Zukunft Wiedergaben. 23 p ■

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