Bar Kochba
- Journal
- Bar Kochba
- Volume
- 2 (1920-1921)
- Issue
- Heft 2 (Juli 1920)
- Date
- 1920-07-01
- Page
- Seite 22 (sequence 6)
- Language
- German
- Belongs to
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danach zu fragen, ob mgn ihn als Ver- Titus. Dem römischen Feldherrn war er röter und Feigling betrachten würde. Vas längst wohlbekannt. Die Römer hatten zahlwar Rabbi Jochanan den Sakkai, reiche Spione in der Stadt, die über alles rin Schüler der großen Friedensfreundes Bescheid wußten und auf sehr einfache hillel. Air der Rampf um die Stadt tobte, weise Bericht' erstatteten. Sie schrieben war er schon ein hochangesehener Gesetzesihre Mitteilungen auf kleine Pergamentlehrer, aber all feine würde vermochte stückchen und schossen diese nach einer benicht zu erreichen, daß man die Stadt der stimmten Stelle im Lager, wo sie gesamMmelt Gnade de» Siegers anvertraute, ehe er sie wurden. So mußte Titus längst, das Rabbi nicht mit Feuer und Schwert vernichtet Jochanan stets zum Frieden geraten hatte hatte. Rabbi Iochanän wußte, daß die und empfing ihn mit Achtung, bereit, ihm Römer mit der Stadt und dem Tempel viel wenn irgendmöglich zu gewähren, um was schlimmer verfahren würden, als einst er bitten würde, wie erstaunt war er, als Nebukadnezar, und er sann darüber nach, er nichts von ihm forderte, als in Iabne, wie es möglich sein würde, wenigstens eine einer kleinen Stadt zwischen Ieruschälajim Stätte zu erlangen, wo das Bet-Vin, der und dem Meer, ein Lehrhaus gründen zu oberste Gerichtshof, tagen konnte, der alle dürfen. Der stolze Römer, der das Glück wichtigen Entscheidungen für alle Juden eines Volkes in der Zahl seiner Krieger der Welt zu treffen Hatte. Tr mußte also und Waffen sah, könnte nicht verstehen, mit den Römern verhandeln, Aber wie warum Iochanan den Sakkai soviel gesollte er die Stadt verlassen? Damals wagt Hätte, um — ein Lehrhaus, eine herrschte die Partei der Zeloten, d. h. der Schule zu gründen. ..Eiferer", die in ihrem Stolz und in ihrer Am 9, Ab des Jahres 70 wurde dann7 Vaterlandsliebe eher ganz Ieruschalajim der zweite Tempel durch Feuer zerstört, vernichten lassen wollten, ehe sie mit. dem die Stadt fiel und der Römer verfuhr mit Feinde verhandelt hätten. Nie hätten sie ihr nach dem Recht des Siegers. Das gestattet, daß. Rabbi Iochanan ins römische jüdische Volk hatte aufgehört, ein eigenes Lager ging. Land zu besitzen. Die Verbannung, das Da griff Iochanan den Sakkai zu einer Galuth, begann. Da sammelten sich in List. Er ließ das Gerücht aussprengen, der Stille der kleinen Stadt Jabne um er sei gestorben. Man trug damals die Rabbi Iochanan den Sakkai die Lehrer Leichen in dunkler Nacht vor die Tore des Völker, und setzten ihr Werk, das sie und begrub sie vor der Stadtmauer, in Jerusalem begonnen hatten, fort. Der Jochanan den Sakkai legte sich also in ' Tempel war vernichtet, , aber die Thora einen Sarg, und zwei seiner treuesten konnte nicht vernichtet werden. Die Männer Schüler versuchten, ihn zu nächtlicher Stunde von Jabne retteten sie vor dem vergessendurch das Tor zu tragen. Aber die wache werden, prägten sie den in die weite Welf hielt sie an, ließ mißtrauisch den Sarg wandernden ein und erhielten dem jüdischen öffnen. ZochanäN den Sakkai bewegte Volk sein Gesetz, nach dem es seit jahrtausensich nicht, aber ein Rrieger erhob seine den lebt, ohne daß jemand es dazu zwingt. Lanze, um ihn zu durchstechen. Einer der Das mächtige römische Reich ist längst Schüler schlug ihm den Speer aus der zerstört, es gibt Heute Keine Römer mehr. Hand: .Schämst du dich nicht, den toten Das jüdische Volk aber lebt, und unter Rörper unseres dahingegangenen Lehrers denen, die in diesem Jahre am Tischa b' Ab zu schänden?" rief er ihm zu. Da ließen , Zions und Jerufchaläjims gedenken, hoffen sie den Sarg forttragen. Iochanan den viele, viele, sehr bald schon in Erez Israel Sakkai kam aus der Stadt und begab sich zu am Wiederaufbau mitzuhelfen. 22