Bar Kochba
- Journal
- Bar Kochba
- Volume
- 2 (1920-1921)
- Issue
- Heft 1
- Date
- 1920-01-01
- Page
- Seite 10 (sequence 10)
- Language
- German
- Belongs to
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..Juda» hat den Herrn um dreißig Silberausübten: Smyrna in Kleinafien und linge verraten, willst du sein wie Judas?" Saloniki an der europäischen Küste, da untehchrieb der König den Verhängnis. So kommt es, daß auf den Balkan, vollen Befehl, der alle Juden, die sich nicht von Saloniki bis Belgrad und von Konsofort der Taufe unterzogen, des Landes stäntinopel bis nach Mynastir, überall Nachverwier. kommen jener Juden leben, die aus Spanien Vas war im Juni des Jahres 1442, vertrieben wurden. Die spanischen Juden um dieselbe Zeit, als Ehristoph Kolumbus nannten sich Sefardim, und so heißen sie mit seinen drei Fregatten, zu jener Fahrt bis auf den heutigen Tag. in See stach, auf der er Amerika entdecken Saloniki wuchs schnell zu einer blüsollte, jenes Land, das Jahrhunderte später henden Stadt empor, die ganz und gar für viele Hunderte von Juden ein ähnjüdischen Charakter trüg. Nicht allein, daß licher Nsyl werden sollte, wie Spanien es bald aller Handel in den Händen der Juden gewesen war. lag, entwickelten sich dort berühmte Bibelflnr 9 Nb, dem Tag der zweimaligen und Talmudschulen, denen Schüler aus allen Zerstörung Jerusalems, begann der Nuszug Teilen der Welt zuströmten, ähnlich , wie der spanischen Juden. 300000 verließen früher in Babylonien denen von Sura und das Land, fast ohne auch nur das geringste pumhaditha. Und welche Rolle das jüdische von ihren Gütern mitzunehmen. Nur eine Saloniki nach kurzer Zeit schon spielte, schwere Last führten sie mit sich, die die beweist die Tatsache, daß, als der falsche Habgier der Spanier nicht reizen konnte: Messias Sabbatai Zwi austrat, er längere die Grabsteine ihrer Vater und Mütter, Zeit Saloniki zu seiner Residenz nahm, die sie nicht der - Schändung preisgeben dessen Name dadurch zu besonderer Berühmtwollten. heit gelangte. Nus jener Zeit ist heute Die Lage der vertriebenen Juden war noch gleichsam ein lebendiges venkmäl verzweifelt. Vas christliche Europa, das erhalten: denn als Sabbatai Zwi am Ende die Liebe predigte und sich in haß fast seiner Laufbahn den Islam annahm, vollverzehrte, verwehrte ihnen den Zutritt, zogen diesen Schritt mit ihm eine kleine wo Juden, besonders in Nordeuropa, da- Nnzahl jüdischer Familien in Saloniki, und mal; lebten, geschah es eigentlich gegen deren Nachkommen bilden hegte noch die den ausdrücklichen Befehl der Machthaber, Sekte der vönmeh, die weder von den und sie durften sich in keiner weise bemerk- Juden noch von den Mohammedanern als bar machen, ohne sofortige Nusweisung ihresgleichen angesehen werden, fürchten zu müssen. Nur eine einzig? vie Juden Salonikis hatten ein un- Macht gab es, die den vertriebenen Wohlgleich glücklicheres Schicksal als ihre Volkswollen entgegenbrachte und bereit war, sie genossen, die den weiten Leidensweg durch aufzllnehmtn: der Islam. die Ghetti Nordeuropas und Polens anvon Spanien aus fuhren die Juden treten mußten, ver Mohammedanismus a» den europäischen Küsten des Mittelbeschämte das Christentum durch seine vuldmeer; entlang, überall ein Nsyl suchend, samkeit, die er zu allen Zeiten, wenigstens ohne es zu finden. NIs sie aber in das in seinen europäischen Gebieten, den Juden Bereich der padischah von Konstantinopel bewiesen hat. So ist es gekommen, daß kamen, wurden ihnen in seinen Städten sich Saloniki zum genauen Gegenteil eudie Tore gastlich geöffnet, und so verteilten ropäischer Städte entwickelt hat. Während sie sich in der damaligen europäischen Türkei, in Frankfurt a. M. und Hamburg die Besonder» aber waren es zwei Grte, die Juden im Handel und Verkehr zwar auch »ine starke Nnziehungskraft auf die Juden eine entscheidende Rolle spielten, aber als 10