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Bar Kochba · 1920-01-01 · Heft 1 · p. Seite 7

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Bar Kochba
Volume
2 (1920-1921)
Issue
Heft 1
Date
1920-01-01
Page
Seite 7 (sequence 7)
Language
German
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D q $ j ü d i s che 5 a Ion i k i 3m ^Jüdischen Oerlag", verlin, erscheint soeben eine Zerie jüdischer Jugendbücher. Einer von ihnen, „Saloniki", hat der Heranrgeber der Var Uochba persaht und gibt im Nach, folgenden daraus eine Probe. Ueber die ..Zugendbücher" des Jüdischen Verlages wird noch Näherer mitgeteilt. Saloniki war, als ich hinunterging, noch türkisch - aber es war keine türkische Stadt. Zwar residierte im Gouvernementspalast ein Wall, waren die Kasernen mit anätolischen Regimentern. belegt, blitzte der Halbmond von hundert Moscheen, Kuppeln, Minarets, waren alle Anschläge und Plakate mit türkischen Stempelmarken beklebt, trugen die Straßenbahnen türkische Rufschriften, aber all das war nur äußerlich, „offiziell". Die türkischen Offiziere und Beamten, ein paar Hodschas (Priester), einige türkische Gryßkausleute und eine Rnzahl türkischer Kleinhändler und Handwerker das alles verschwand beinahe in dem Gewimmel der nichttürkischen Bevölkerung. Vas türkische viertel war eines der kleinsten und, , abgesehen vom Zigeunerviertel, das ärmlichste und schmutzigste. Rn den Küsten der Levante drängt sich' in den Hafenstädten allerlei Volk zusammen, nirgends aber wohl ist die Bevölkerung so buntscheckig und verschiedenartig, wie in Saloniki. Die Stadt ist der größte Hafen des Balkans, neben Konstantinopel der bedeutendste Handelsplatz von Südosteuropa, mit starkem Verkehr nach allen Mittelmeerländern, aber auch bis ins Schwarze Meer und nach Amerika. Die Eisenbahn führt über Risch und Belgrad nach Oesterreich und Deutschland, über Konstantinypcl erreicht sie Anschluß an die Strecken in Kleinäsien, eine Zweigbahn geht nach Monastir, Rn der Mündung des wardar, der dicht bei der Stadt ins Meer fließt, treffen Handelsstraßen aus allen Himmelsgegenden zusammen, auf denen ungefüge Wagen von langgehörnten Rindern gezogen werden. Der Bälkan wimmelt von Völkern und Stämmen, die alle ihre Vertreter in die Stadt entsandt haben. * Serben und Griechen, Bulgaren und Rumänen, Albanier, Bosnier, Nlontenegriner und Zigeuner bevölkern ihre Straßen. Dazu kommt die europäische Kolonie, der Kleine Kreis französischer, englischer, russischer, deutscher Konsulatsbeamter, die Vertreter europäischer Handelshäuser und der Schiffsgesellschasten, europäische Lehrer und Geistliche. Jede' dieser Gruppen hat ihr viertel. Die Europäer an der via Rlatini, der einzigen Straße mit richtigem Pflaster, wo vornehme Villen inmilton der üppigen Vegetation herrlicher Gärten stehen, die an das Meer grenzen. Die übrigen „Ouartierc" befinden sich Meistens im Weichbild der Stadt, jedes in sich geschlossen, erfüllt von den heimischen Gebräuchen und Gewohnhciten seiner Bewohner, durchklungen von ihrer Sprache. Landsmannschastlich wohnt man beisammen, eine Straße trennt oft zwei Wellen voneinander, und die nationalen Kämpfe werden auf diesem engen Raum manchmal Mit einer Erbitterung ohnegleichen aurgefochten. Die Geschichte, der Stadt, insbesondere die der letzten zehn Jahre vor dem Kriege, war erfüllt von teilweise furchtbaren Kämpfen, die sich besonders im griechischen und bulgarische» viertel abgespielt haben. 3» dieser Zeit war Saloniki die Stadt der politischen .Morde und Bombenattentate, und es gab Zeiten, in denen sie in Wahrheit beherrscht war von Komitatschis und mazedonischen Bandensührern. Den Charakter der Stadt bestimmte aber keine von diesen Gruppen. Saloniki

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