Bar Kochba
- Journal
- Bar Kochba
- Volume
- 1 (1919)
- Issue
- Heft 23
- Date
- 1921-06-01
- Page
- Seite 358 (sequence 6)
- Language
- German
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sprachen: „G, hoher Fürst! Möge dein in ihrer Synagoge die polnischen Gebräuche Ruhm währen, so lange Sonne und Mond elngeführt, welche sie noch bis in die Jetztbesteht, wir werden treue und gehorsame zeit erhalten haben, ver erste Rabbiner Untertanen sein und' unser neues Vaterland der Prager Gemeinde hietz keb' Malchi, so lieben, wie unsere Väter da? gelobte wor in Rrakau geboren, und ein großer Land Kanaan liebten, das ihnen der Herr Gelehrter. - vie Prager Gemeinde zählte unser Gott-gegeben, und aus welchem er mehrere sehr reiche Mitglieder» die einen sie ihrer Sünden halber vertrieb." blühenden Handel betrieben. Vie Juden- Ver Herzog wies ihnen hierauf eine schaft vermehrte sich sehr stärk, und blieb Stelle am linken Moldau-Ufer, zur wohnvon den Fürsten geschützt in dem Besitz der Hätte an. vie Juden hielten treulich ihr ihnen eingeräumten Rechte, viese wurden Mort, und schon der ältesteLhronist Böhmens, sogar bei mehreren Gelegenheiten, wo sich Losmas, erzählt, daß die Prager Juden den die Juden in verschiedener Rrt auszeichherzog hostiwit, als er die Deutschen beneten, vermehrt. Rls zum Beispiel im kriegte, mit Geld und Proviant so kräftig Jahre 1150. unter der Regierung des unterstützten, daß es ihm gelang, die Deut- Rönigs Wladislaw sich eine besondere Setzte schen aus Böhmen zu vertreiben. bildete, die sich Geißler nannten, und die wir finden also die Juden in Böhmen der herrschenden Religion schädlich zu schon zur Zeit des Heidentums, ehe noch werden anfingen, indem sie das Volk zum der christliche Glaube hier bekannt war. Uebertritte verleiten wollten, befahl der Unter der Regierung voliwojs, der im Rönig, daß alle Geißler Prag und das Jahre 900 die christliche Tauf« emvsina.—Land verlasienmükten.vie^Geikler.zu hatten die Juden sich bedeutend vermehrt; schwach, um sich dem königlichen willen der ihnen angewiesene Raum wurde zu zu widersetzen, hatten sich als Opfer ihrer eng, und sie erbaten sich von dem. Herzog Rache die unschuldigen Juden ausersehen, einen anderen Platz. Ver Herzog wies Nächtlicherweile wurde die Iudenstadt überihnen jene Stelle am rechten Moldauuser fallen; aber sie hatten sich getäuscht. Vie an, wo noch bis vor kurzem die Judenjüdischen Fleischer, deren es zu jener Zeit stadt war. ver große Platz wurde der eine große Unzahl gab, versammelten sich Iudengemeinde geschenkt, und die Unbeim ersten Lärmruf. In einer Hand das bemittelten wurden beim Baue ihrer häumächtige Schlachtmesser: in der andern eine ser vom Herzog unterstützt. Ruch wurde brennende Fackel schwingend, stürzten sie ihnen später ein großer Platz in der Nähe den wütenden entgegen. Diese, obgleich der Iudenstadt als Friedhof eingeräumt, in starker Ueberzahl, wurden von einem ver Bau der Iudenstadt wurde im Jahre, großen Schrecken erfaßt und ergriffen die 907 begonnen. Sie bestand anfänglich nur Flucht. Die jüdischen Fleischer verfolgten aus 30 meistens hölzernen Häuser. Da die sie aber und warfen sie aus der Stadt. Baukunst zu jener Zeit in Böhmen sehr' Rönig Wladislaw ließ die jüdischen wenig bekannt war, so mußten zu den - Fleischer rufen, lobte ihr tapferes und größeren Bauten Meister aus dem entunerschrockenes Benehmen, und war eben fernten Italien berufen werden. Dies war so erfreut darüber, daß sie die Judenstadt nur dem Herzoge und einigen vornehmen vor dem meuchlerischen Ueberfalle geschützt Männern möglich. Vie. erste Synagoge hatten, als auch darüber, daß sie die Ruheder Prager Judengemeinde wurde daher störer aus dem Bereiche der Stadt gejagt nur aus Holz erbaut. hatten. Zur Belohnung gestattete er ihnen, Va die Prager Juden aus Moskovien den böhmischen Löwen mit zweifachem kamen, kleideten sie sich polnisch und hätten Schweife in ihr Wappen aufzunehmen. 358