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Bar Kochba · 1921-06-01 · Heft 23 · p. Seite 357

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Bar Kochba
Volume
1 (1919)
Issue
Heft 23
Date
1921-06-01
Page
Seite 357 (sequence 5)
Language
German
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B i I der aus der jüdisch en v er g a nge uh eit Die Juden!n Böhmens Vorzeit Die Geschichte der Juden in Böhmens endlosen Wanderns müde, erbaten sie sich Vorzeit ist in tiefes Dunkel gehüllt. Die von dem Herrscher des Landes, Herzog hervorragendsten Geschichtsforscher aller hostjwit, Gehör. Ihre Bitte ward gewahrt Zeiten find im Streite darüber, wann die und ihnen bedeutet, zwei der Aeltesten aus Juden nach Böhmen kamen. Line alte ihrer Mitte vor den Herzog zu schicken. Sage erzählt über ihre erste Einwanderung Vieser empfing sie gnädig und sprach : folgendes: „wer seid ihr und was ist euer Der- Libussa, welche die Stadt Prag im langen?" Dir Abgesandten sielen aufs Jahre 730 erbaute, galt bekanntlich als Knie und sprachen: „Mächtiger Herzog! eine Seherin; auf dem Totenbette lieh sie Wir sind aus einem kleinen Volke, und ihren Sohn Nezannffl rufen und sprach nennen uns nach dem Stammvater unserer zu ihm: Nation - Abraham - Hebräer. „Ich gehe heim zu meinen Vorfahren Unsere Gemeinde zählt mit Weibern und und will vor meinem Tode dir Zukünftiges , Kindern 150 Köpfe. Wir lebte» ruhig in enthüllen. Wenn dein Enkel über mein einer moskovitischen Provinz, als ein mäch- Volk herrschen wird, wird ein fremdes, tiger Feind kam, das Land eroberte und verstoßenes und bedrängtes Völkchen, das die Einwohner vertrieb. Auhelosdurchzu einem einzigen Gotte fleht, Schutz in zogen wir die weite Welt: die kalte Heide unfern Wäldern suchen. Mögen sie gastwar unser Veit, der harte Stein unser lich ausgenommen werden, möge dein Kissen, der blaue Himmel'unser Vach. Wir Enkel ihnen Schutz verleihen,' denn sie sind ein ruhiges Volk, klein an Zahl .und werden Segen bringen Wer die Fluren . schwach an Kraft, wir folge» der Lehre, unseres Landes." - Moses: wir glauben an einen einzigen Gott. Sie starb: - doch ihre Prophezeiung Wir flehen zu dir, o Herzog! Du mögest lebte im Munde der Herrscher fort. Als uns gestatten, uns hier niederzulassen und etwa ein Jahrhundert nach Libussas Tode Hütten zu bauen. Dein Land ist weit Hostiwit den Thron seiner Väter bestieg, genug und dein Volk scheint treu und bieder.. erschien ihm diese im Traume und sprach: verleih uns deinen mächtigen Schutz, o „Es ist die Seit gekommen, wo meine Herzog! und wir werden treue Untertanen Prophezeiung in Erfüllung geht: es wird, sein, und zu unserem Gotte flehen, er möge ein kleines, bedrängtes Völkchen, das zu dir und deinem Volke Auhm und Sieg einem einzigen Gotte fleht, hilfesuchend vor verleihen." Als die Abgesandten geendet, den Stufen deines Thrones erscheinen; hatte der Herzog allsogleich erkannt, daß nimm sie gastlich und gnädig auf, verleih dieses dasjenige Volk wäre, dessen Ankunft" ihnen Schutz und Schirm.- ihm vorher verkündet worden. Als im Jahre 850 der mächtige Stamm Daher antwortete er ihnen: „Ich will der Wenden über Litauen und Moscooien euch im Lande einen woknsik anweisen einbrach, die Einwohner verjagte, das Land und euch schützen vor jeglicher Unbill. Ich eroberte und. zu seinem Wohnsitze erwählte, hoffe aber, ihr werdet treue und gehorwurde auch eine jüdische Gemeinde aus . same Untertanen sein, und zu eurem Gotte Moscooien vertrieben. Zehn Jahre durchfür mein und meines Volkes Wohlergehen irrten diese Unglücklichen heimatlos die flehen." Als die Männer diese gnädigen Welt'endlich langten sie in Böhmen an. Des Worte vernahmen, fielen sie aufs Antlitz und > : 357

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