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Bar Kochba · 1921-06-01 · Heft 23 · p. Seite 359

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Bar Kochba
Volume
1 (1919)
Issue
Heft 23
Date
1921-06-01
Page
Seite 359 (sequence 7)
Language
German
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Dt e K u h v o n M e $ ch a Eine wahre Tiergeschichte aus Trez Israel, vor vielen Jahren war aus Rumänien nun schien sie auszuleben Nie hatte man ein jüdischer Rauer, namens Israel, geeine zärtlichere Tiermutter gesehen. Reinen Kaminen und hatte sich in Mescha*) ein Augenblick ließ sie ihr Junges aus den Kleines Gut gekauft. Er hattedorthin Rügen und folgte ihm auf Schritt und; seine Eltern, Geschwister und einenFreund Tritt. Der ganze Gutshof freute sich: nun, mitgebracht und sie bewirtschafteten zudachte man, würde die Ruh ihre Sehnsucht sammen den Roden. Sie pflanzten Rorn nach dem alten Stall vergessen und in und Mais und züchteten eine kleine Vieh- Mescha heimisch werden. Doch eines Herde. Der Freund — wir wollen ihn Morgens, als Man in den Stall kam, war Jakob nennen — war früher Musiker, gesie mitsamt ihrem Rälbchen verschwunden. - wesen und spielte wunderschön die Violine. Man er uhr durch Rolonisten, daß auf dem Wenn er abends mit seiner Arbeit fertig Wege nach Sufed eine Ruh und ein Rälbwar, dann nahm er seine Geige, ging in chen gesehen worden seien. Sogleich nahm den Stall und begann zu spielen. Da man die Verfolgung auf: da gerade kein wendeten ihm die Rühe und Ochsen ihre Wagen vorhanden war, ging man den großen Rügen zu und lauschten mit offenweiten weg die ganze Nacht hindurch zu barem Wohlgefallen. Sie gewöhnten sich Fuß. Rin frühen Morgen kamen die so sehr an das abendliche Ronzert, daß sie Sucher zuin Rande eines Feldes. Da bot wenn Jakob einmal verhindert war, zu Mit tief herabgesenktem Ropf stand die spielen. entflohene Ruh vor ihrem Rälbchen, das Einmal hörte I.skaeh daß in einem tot, erschossen, am Roden lag. Sie hatte Araberdorf in der Nähe von Safed eine es wohl mit zurücknehmen wollen in die sehr gute Ruh zu kaufen sei. Er fuhr alte Heimat: die Wächter des Feldes aber: sogleich hin, kaufte die Ruh und brachte als sie die Nächtlichen Tritte hörten, hatten sie nach Mescha. Rm nächsten Tage war geglaubt, Räuber vor sich zu haben und die Ruh verschwunden. Man suchte und geschossen Und nun stand die arme Ruh . forschte überall, bis nach einigen Tagen unbeweglich vor ihrem toten Rinde. Obder ehemalige Besitzer aus Safed die Ruh gleich Safed ganz nahe war, machte sie wieder zurückbrachte. Sie war entflohen doch keine Anstalten, allein, zum alten und zu ihrem alten Stall zurückgelaufen. Stall zurückzulaufen. Im Gegenteil, als Der ehrliche Araber bekam ein gutes die Rolonisten das tote Rälbchen aufhobrn, Rakschisch**), und die Ruh wurde'nun gut um es nach Mescha zurückzubringen, folgte angebunden. Sie war aber sehr traurig, auch die Ruh, ohne daß man sie zu locken fraß nicht, trank nicht und ließ sich nur brauchte. Folgsam und friedlich ließ sie abends durch das Geigenspiel etwas aus sich zu ihrem Stal! führen. Am nächsten ihrer Melancholie aufrütteln. Nach einiger Tage jedoch war sie wieder verschwunden Zeit bekam die Ruh ein Rälbchen. und und diesmal fand man sie tot aus dem *) Kolonie in Untergaliläa. **) Trinkgeld (frrabe ihreriiälbchen^" .-—r- Pina Glemencc Mayer, Jerusalem Q O 359 O

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