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Bar Kochba · 1921-05-01 · Heft 21 · p. Seite 326

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Bar Kochba
Volume
1 (1919)
Issue
Heft 21
Date
1921-05-01
Page
Seite 326 (sequence 6)
Language
German
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Liebe Mädels und Jungens! Var Lchawuoth-Feft, dem diese Nummer des Var Nochba besonders gewidmet sein soll, ist dar mittlere der „schloschah regälim,“ der „drei wallfahrtsfeste," an denen in früheren Zeiten das jüdische Volk aus allen seinen Wohnsitzen nach Jerusalem zog. um im Tempel gemeinsam die Feier zu begehen. )hr wißt, daß diese Feste, eine doppelte Bedeutung haben, eine, welche von einem großen geschichtlichen Ereignis herstammt und eine ' zweite, die an den Loden geknüpft ist, d. h. es find große historische Gedenktage und gleichzeitig ländliche Feste, wie sie der Lauer und der Winzer zu Beginn und zum Schluß ihrer Arbeit zu feiern pflegen. Vas große geschichtliche Ereignis, das dem Schawuoth - Feste seinen zweiten Namen gegeben hat, ist das Erlebnis des jüdischen Volkes am Sinai. „S'man mattsn tbnratenu," die Zeit, da uns die Thora gegeben wurde, nennt die Schrift diesen Tag, und sie schildert anschaulich, wie Gott selbst auf der Spitze des Berges seinem treuen Diener Moscheh das Gesetz gibt, die „asserctti hadibbroth,“ die zehn Worte, die, auf steinerne Tafeln eingegraben, dem Volk auf seinem Zuge nach Erez Israel vorangetragen wurden, später im Allerheiligsten des Tempels ruhten und die verschwunden sind, als der erste Tempel zerstört wurde. Die Sage erzählt, daß Gott die Thora allen Völkern angebyten habe, aber Keines von ihnen habe sie ganz und gar erfüllen wollen. Die Araber glaubten, sie könnten das Gebot „du sollst nicht töten" nicht innehalten, da sie ein jähzorniges Geschlecht sind, das die Blutrache Kennt, die Phönizier meinten, es sei zu hart, wenn dem Menschen das Stehlen verboten werde, denn das übten sie als eine Nunst, und so fand jedes Volk einen Grund oder vielmehr eine Ausrede, um sich der Thora zu entziehen. Erft als Gott alle großen und mächtigen Völker gefragt hatte und sie alle sich geweigert hatten, die Thora zu empfangen, wandte er sich an das Kleine jüdische Volk, an ein Volk, das vor kurzem noch in der Sklaverei gelebt hatte, das an Menschenzahl gering war, daß noch nicht einmal sein eigenes Land besaß, - und dieses Volk nahm „das Joch der Thora" auf sich und versprach, alle ihre Gebote zu erfüllen. wenn wir bei der Vorlesung aus der Thora aufgerufen werden, dann sprechen wir eine B'racha, einen Segensspruch, in dem es heißt: „der du uns auserwählt hast von allen Völkern, indem du uns deine Thora gabst." Seit Jahrhunderten nennt man uns deshalb bei den andern Völkern das „auserwählte" Volk, und wenn sie uns so Nennen, so geschieht es mit einem Tone von Spott und k)aß. Spott, denn sie denken sich dabei: Ihr nennt

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