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Bar Kochba · 1921-02-01 · Heft 15 · p. Seite 228

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Bar Kochba
Volume
1 (1919)
Issue
Heft 15
Date
1921-02-01
Page
Seite 228 (sequence 4)
Language
German
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junge Leute, wenn auch nicht als Landwirte, jo doch , als Gärtner anzusiedeln. Darum gründete er im Jahre >895 unsere Anstalt, die er damals „Erziehungsanstalt Ahlem" nannte, die aber immer das war, was sie heute noch ist: eine Gartenbauschule. „Sehen Sie hier," tährt der Direktor fort, als wir auf einem großen Platz angelangt sind, auf dem allerlei Turngeräte stehen, und der im Hintergründe von einer langen Kegelbahn abgeschlossen wird, „hier können Sie gleich ganz deutlich sehen, wie wir unsere Jungens und Mädels erziehen wollen." Damit führt er .'uns in einen Garten, der von einem Drahtzäun umschlosseu ist, und der in musterhafter Weise in Olumen- und Gemüsebeete eingeteilt ist. „Das ist einer von linsern Schulgärten,. und was hier gearbeitet wird, geschieht' ausschließlich durch unsere Schulkinder. Denn wir glauben. daß man die Liebe zum Loden und zur Arbeit nicht erst jungen Menschen beibringe» soll, die schon halberwachsen sind und sich an. das Stadtleben gewöhnt 'haben, sondern wenn sie noch Kinder sind. Am liebsten ist es uns, wenn unsere Schüler so früh als möglich zu uns kommen. Lernen können sie bei uns genau soviel wie in der Stadt, denn wir haben eine eigene Schule. Aber hier lernen sie vom ersten Tage an manches kennen, was sie sonst nie gesehen oder getan hätten. Wer Unsere Acht-' und Neunjährigen in ihrem Schulgarten bei der Arbeit sieht, wie flink und geschickt sie mit Spaten, Harke und Gießkanne umzugehen verstehen, oder wer sie in der Werkstatt beobachtet, wenn sie ihre Papp- und hobelarbeiten machen, der begreift oft nicht, wie Kinder so etwas fertig bringen: Die Hauptsache aber ist, daß es ihnen selbst Freude macht, und daß sie auf ihr Können mächtig stolz sind, wenn so ein Junge dann später bei uns Gärtner oder Lehrling wird, und wenn die Mädels in die haushaltungsschule kommen, dann ist ihnen nichts fremd oder neu, und sie bilden sich in kurzer Zeit so gut aus, wie es den andern in Jahren nicht gelingt." Im weitergehen kommen wir zu einer Reihe niedriger kleiner Häuser, die große Glasdächer .tragen. Wir müssen uns bücken» wenn wir in eins hineinkommen wollen. — Da drinnen ist es warm wie in Afrika. - über? all stehen blühende Pflanzen, die man zu dieser Jahreszeit sonst nirgends sieht, und kräftige junge Leute in braunen Manchesteranzügen gehen umher, begießen die Töpfe oder setzen neue Stecklinge. „Das sind unsere Treibhäuser," sagt der Direktor, „hier werden viele von den Pflänzchen schon im Winter aufgezogen, die wir nachher im Sommer im Freien anpflanzen. Auch haben wir hier das ganze Jahr hindurch Vlumen, die uns vlumenhandlungen m Hannover gern abkaufen." - wir find froh, wenn wir aus der Treibhaushitze wieder in die freie Luft kommen, wir gehen jetzt einen schmalen P s I u g 228

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