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Bar Kochba · 1921-02-01 · Heft 15 · p. Seite 227

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Bar Kochba
Volume
1 (1919)
Issue
Heft 15
Date
1921-02-01
Page
Seite 227 (sequence 3)
Language
German
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fl h I e in Vir wollen einmal im Geiste einen besonders rege. Letzt euch an. wie tief Grt besuchen, an dem viele jüdische Jungen; hie l<ähe im Wasser liegen, weil sie bis und Rlädels zusammen leben, - ganz an den Rand mit waren gefüllt sind, anders, als ihr es gewohnt seid. während wir auf der Landstraße wir setzen uns also in die Eisenbahn weiterMarschieren, können wir unser Ziel und fahren nach Hannover. Dann steigen schon erblicken. Rechts der Straße dehnt wir dort in die Straßenbahn und fahren sich ein grosses, umfriedetes Grundstück, erst durch Hannover selbst und dann durch auf dem mehrere Gebäude stehen, Eins die Schwesterstadt Linden, die zu Hannover davon, das am weitesten zurückliegende, gehört wie Rltona zu Hamburg oder wie ist besonders schön; wie ein richtiger Stloß varmen zu Elberfeld grüßt es weiß und rot herüber. Um er Die Fahrt durch Linden ist sehr intergleich zu verraten: in diesem schönen Haus essant. Es ist eine große Industriestadt, wohnen die Rhlemer Mädel. Das der ganze Straßenzüge sind nur von Fabriken Iungens sieht lange nicht so schön aus, besetzt Und überall ragen riesige Schlote aber die Mädels müssen ja immer das turmhoch in den Himmel Die Luft ift Bcflc haben!. hier auch an den schönsten Tagen dunstig. Noch einmal gehen wir über eine vrücke. denn die Fabrikschornsteine speien Tag und unter der die Züge der großen hannoverschen Nacht schwarze Rauchwolken aus. Ihr Güterbahn Hindurchrollen, lange, lange habt sicher schon einmal vom Lindener Wagenreihen mit schweren Lokomotiven Sammet gehört, den es jetzt allerdings gar davor. — Dann stehen wir an einer Einfahrt < nicht mehr gibt, weil keine.Baumwolle in an der ein Schild hängt: „Israelitische" veuschland vorhanden ist. Die größten Gartenbauschule Rhlem." Sammetfabriken Europas stehen in Linden Da wir uns von Hannover aus ange und viele andere dazu. meldet haben, werden wir gleich zum Fast einehalbe Stunde fahren wir so Direktor gejühst. .,5ie wollen sich unser durch Fabrikstraßen und Rrbeiterviertel. Rhlem ansehen, sagt er, „schön, kommen Dann aber sind wir an der Endstation bie mit. „Limmerbrunncn". wir sind am Rande Während wir ihn begleiten, erzählt er der Stadt angelangt, vor uns dehnt sich uns folgendes: freies Feld, eine Landstraße führt schnür- „Var 25 Jahren lebte in Hannover ein gerade in die Ferne, wiesen und Felder zu jüdischer Bankier, Rlexander Simon, den beiden Zeiten und die Luft ist hier rein man nur unter dein Namen Konsul Simon und frei-von allem Ruß und Staub. kannte, weil er der Vertreter der engli- Ruf der Landstraße schreiten wir vorschen Regierung in Hannover war. Dieser wärts. Zuerst führt, sie auf einer Brücke Man», der das Judentum nicht nur in über einen Kanal, den Mittellandkanal, Deutschland, sondern auch im Osten gut der von der Ems bis zur Elbe quer durch kannte, .kam auf den Gedanke», daß viel Deutschland gezogen wurde. Schwere Lastvon dem jüdiichen Elend daher komme, Kähne, vier oder fünf hintereinander, werden weil die Juden nicht mehr den Boden von starken Schleppdampfern gezogen oder bearbeiten, nicht Mehr auf der eigenen liegen an den Laderampen. Jetzt, wo die Scholle sitzen, sondern sich ausschließlich deutschen Eisenbahnen so überlastet sind, dem Handel zugewendel haben. Und so ist der Verkehr auf den Wasserstraßen wollte er einen versuch machen, um jüdische :r 227

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