Bar Kochba
- Journal
- Bar Kochba
- Volume
- 1 (1919)
- Issue
- Heft 11-12
- Date
- 1920-12-01
- Page
- Seite 173 (sequence 13)
- Language
- German
- Belongs to
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uns unter den Schläsenlocken, als ob es sich nicht um uns handle. Der Vater räuspert sich. „hm ...Kinder, kommt einmal her!" „Rch! was ist denn?" „hier habt ihr Ehanukkahgeld! "Ex gibt mir einen Rubelsche n und meinem Bruder einen halben Rubel. Nachdem wir das Geld in Empfang genommen haben, entfernen wir uns wieder. Zuerst gehen wir langsam, wie es sich für anständige Knaben ziemt. Allmählich aber immer schneller, tänzelnd und hüpfend. In unserem Zimmer angelangt, fangen wir an, Purzelbäume zu schießen, auf einem Fuß herumzuspringen/ zu singen und vor lauter Freude und Begeisterung einander auf die Wangen zu klatschen. Die Tür öffnet sich und Gnkel venja tritt ein. „Nun, Kinder.ihr Schlingel, ihrhaht Ehanukkahgeld zu bekommen?" Gnkel venja nimmt zwei Fünfzigkopekenstücke aus der Westentasche und gibt sie uns. . * "" 3n der Nacht liege ich im Bett und denke: wieviel Lhanukkahgeld ungefähr werde ich wohl sammeln, wenn alle Gnkel, alle Tanten und alle verwandten uns Ehanukkahgeld schenken? Schenken werden sie uns alle etwas: Gnkel Mojsche-Rron, der Bruder meiner Mutter, ein sehr geiziger, aber reicher Mann,- Gnkel Iihchäk und Tante vwora, mit denen meine Eltern seit vielen Jahren böse sind,- meine Schwester Eide! und ihr Mann Scholom Seidel. Und alle übrigen verwandten .. . „Mottl, schläfst du?" „Ja, warum denn?" v „wieviel, glaubst du, wird Gnkel Mojsche-Nron uns geben?" „woher soll ich das wissen? Bin ich ein Prophet?" Nach einer Minute: „Mottl, schläfst du? ' „Ja. warum denn?" , hat noch irgend jemand so viele Gnkel und Tanten wie wir?" „vielleicht ja ... vielleicht auch nicht!" Nach zwei Minut n: „Mottl, schläfst du?" „Ja. warum denn?" „wenn du schläfst, wie kannst du den» mit mir sprechen?" „wenn du fragst, muß ich doch antworten." Nach drei Minuten: „Mottl, schläfst du?' „Tss .. . trrr .. . chil Hil chul;.. tss.. Mottl schnarcht, pfeift mit der Nase, ich aber setze mich im Bett auf, ziehe meinen Rubel heraus, rolle ihn glatt und betrachte ihn. „Solch ein Zettel sieht aus," denke ich, „wie Papier, wie ganz gewöhnliches Papier, aber was kann man sich nicht alles dafür kaufen: Spielsachen, Federmesser, Lineale, Nüsse, Konfekt, Nosinen, Datteln und alles mögliche!" Ich verstecke den Rubel unter dem Kissen und sage das Nbendgebet... plötzlich tritt Breine mit einer Platte voll mit Rubeln ein... Breine geht nicht, sie schwebt in der Luft und singt: „Und die Lichter, die wir anslecken . . .", während Mottl die Nudel verschlingt, als wären es Klößchen. „Mottl!" schreie ich aus ganzer Kehle, „was fällt dir ein, um Gottes willen! Mottl! was machst du denn? Vas sinh doch Rubel!" . Ich erwache: „pfui, pfui, pfui,, was für ein Traum!" Und ich schlafe wieder ein. Rm nächsten Morgen standen wir früh auf. wir beteten und frühstückten in Eile. Man zog uns unsere Wintermäntel, mit Katzenfell gefüttert, an und band uns