Bar Kochba
- Journal
- Bar Kochba
- Volume
- 1 (1919)
- Issue
- Heft 11-12
- Date
- 1920-12-01
- Page
- Seite 172 (sequence 12)
- Language
- German
- Belongs to
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C h a n u k k a h g e l d von $ ch ö l o m LV s ch Thanukkah ist -er schönste Festtag. Man eine schwarze Jüdin mit Schnurrbart, fettem bedenke nur: acht Tage hintereinander Gesicht und ewig schmutzigen Händen. Die nicht in die Schule gehen, Pfannkuchen Mutter .tritt zur Seite und macht eine mit Schmalz essen, den Kreisel drehen und fromme Miene, vreine bleibt an der Tür v-n allen Leuten Thanukkahgeld Kriegen, stehen, wischt die Hände an ihrer schmutzillann er ein schöneres Fest geben? gen Schürze ab und fährt sich mit ihrer Ts ist Winter. Vrautzen herrscht Kälte, dicken Hand von oben bis unten über die Schneidender Frost. Die Scheiben sind zu- Nase, auf der eine schwarze Spur zurückgefroren, mit dem schönsten Tisblumenbleibt. Mottl und ich geben uns die grötzte inuster verziert, — im Hause ist es ange- Mühe, das Lachen zu unterdrücken.. »ehm warm. Die silberne Thänukkahlampe Der Vater nähert sich mit dem angewartet schon seit Mittag. Der Vater geht, zündeten „Diener" der Thanukkahlampe, die Hände auf dem Rücken, im Zimmer beugt sich und spricht das Gebet in dem umher und sagt das Rbendgebet, nachdem üblichen Sington: „Gesegnet fei unser Herr", er „achtzehn Segenssprüche" gesagt hat, und schlietzt mit den Worten: „Die Thanimmt er die dickste Wachskerze - den nukkahlichter anzünden!" Die Mutter sagt „Diener" aus dem Tischchen und wendet andächtig und fromm: „Rmen", Lreine sich, ohne sei» Gebet zu unterbrechen, an nickt demutsvoll mit bem Kopf, wobei ihre uns meinen jüngeren vruder und mich Wangey sich so ausblähen, daß ich und in hebräischer Sprache. lJüdisch zu Mottl fürchten, einander anzuschauen. " sprechen ist während des Velens verboten!) „Die Lichter, die wir änzünden . . .". „3H! GH! Ru! Na!" fingt der Väter für sich, indem er im wir verstehen nicht, was er will und Zimmer umhergeht und von Zeit zu Zeit fragen ihn: „Was, ein Zündholz?" einen Blick auf die Lampe wirft. Vas Der Vater zeigt mit der Hand auf die Lied zieht sich endlos hin. Wir Können Küchentür. „3H! GH! DH! Nu!" es kaum erwarten, daß er es zu Ende „Was? Das Küchenmesser? Die Schere? singt und endlich das Körbchen heraus- Die Futzbank?" nimmt, wir winken Und blinzeln ein- „Rch, GH . .. nu . . .! pfui!" ander zu. Nachdem er noch einige ähnliche Laute „Mottl, geh, bitte den Vater um ausgestotzen hatte, die angeblich hebräisch Thanukkahgeld." sein sollten, sagte er nunmehr deutlich, da „Warum soll ich darum bitten?" auch sein Gebet inzwischen zu Ende war: „Darum! Du bist der Jüngere, du hast „Die Mutter, die Mutter sollt ihr rufen!" also Thanukkahgeld zu beanspruchen." 3ch und mein Vruder Mottl rennen um „Nein! Du bist der Keltere, also die Wette zur Mutter. bitte du!" „Mama! Rasch! DieGhanukkahlichter:" Der Vater weiß genau, worüber wir „Gwehmir! Thanukkahlichter!" ruft die unterhandeln, aber er tat, als höre er Mutter, läßt ihre ganze Küchenarbeit liegen nichts. Gemach, ohne die geringste Eile, die geschlachteten Gänse, aus denen das geht er an die Tischschublade und zählt Fett ausgelassen und für den Pfannkuchen, das Geld. Tin Kälteschauer durchrieselt teig verwendet wurde - und rennt in die uns, unsere Hände zittern, die Herzen Stube, hinter ihr her die Köchin vreine, Klopfen, wir blicken zur Decke und krauen 172