Bar Kochba
- Journal
- Bar Kochba
- Volume
- 1 (1919)
- Issue
- Heft 10
- Date
- 1920-12-01
- Page
- Seite 147 (sequence 3)
- Language
- German
- Belongs to
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Vas ist dar. daß er nur einen Dukaten allein stehlen will? Und sie stellten gegenüber jedem einzelnen Laden Wächter auf, aber er war nicht möglich, ihn zu ergreifen, wie er der Uabbi, der Maggid von Kosniz, gesagt hatte, daß im Diebstahl sei» Stern hochsteigen würde. Und so war er viele Male, und ihn zu fassen war auf keine' weise möglich, bis das Gerücht zum Stadt Herrn kam, und der fjcrr wunderte sich sehr, weil es, obwohl doch an jedem einzelnen Laden viele Wächter standen, dennoch nicht möglich war, ihn zu fassen, was tat er? Dieser Herr ging in eigener Person viele Nächte aus und ergriff ihn nicht, weil er in dieser Zeit noch kärgliches Brot im Hause hatte und nicht den Dukaten stehlen ging, und erst, als das Brot zu Ende war,. ging er .wieder nach seiner Gewohnheit, den Dukaten zu stehlen. Und der Herr pflegte Nacht für, liacht-zwischeu^. Ken Läden umherzugchen, und in dieser »acht bewachten die Wächter offenen Buges jeden einzelnen Lade», und trotzdem öffnete er ein Geschäft, um de» Dukaten zu stehlen, und die Wächter sahen nicht und hörten nicht. Uber der Herr sah es, als er den Laden öffnete und einen Dukaten aus der Lade nahm, und der Herr faßte ihn: „Du bist der Dukatendieb!" Und der Herr war mit einfachen Gewändern bekleidet, damit man ihn nicht erkennen sollte, und sprach: „Ich gebe dich nicht frei und lasse dich nicht los, wir wollen zum Stadtherrn gehen und wollen sehen, welches Urteil er dir fällen wird." Da flehte ihn der Ehassid an, er solle ihn loslassen, denn es war ihm eine große Schande, , denn er gehörte zu den Großen der Stadt, und er sprach zu ihm: Ihr seht doch, Herr, daß ich Gott' behüte kein Dieb bin, wie die anderen Diebe sind, denn siehe, ich nehme nur einen Dukaten allein aus dem Laden, obwohl es in meiner Macht steht, die ganze Ware herauszuholen, und ich stehle wahrhaftig überhaupt nur wegen meiner Not. und wenn Gott der Barmherzige es mir leichter macht, so will ich alle Dukaten samt und sonders bezahlen." Da sprach zu ihm der Herr: „Du wirst meinen Händen nicht wieder entrinnen, bis ich dich dem Stadtherrn übergeben habe, und er mag tun, was gut ist in seinen Bugen." Da begann der Ehassid zu weinen und ihn sehr anzuflehen. Der Herr sprach zu ihm; „Ich sehe, daß dein Glück beim Diebstahl sehr groß ist, sich, wenn du dies tust, will ich dich frei ausgehen lassen. Der Stadt- Herr hat nämlich heute das große tos von England gewonnen, viele Millionen, und der Kasten, in dem das Geld verborgen ist, steht hinter seinem Bell, und cs gibt ein kleines Zensier, durch das du innen ins Zimmer gelangen kannst, und wenn du diesen Schatz holst, dann .wollen wir ihn zu gleichen Hälfte» zwischen uns teilen." Der Fromme begann abermals aus Herzensgrund bitterlich zu weine» und sprach: „Ihr seht doch, mein Herr, daß ich Gott behüte kein Dieb bin, daß ich nur einen Dukaten allein nehme, und ich könnte doch alles, was im Laden ist, stehlen." Da sprach der Herr zu ihm: „wenn du so tun willst, ist es gut, und wen» nicht, dann überliefere ich dich dem Stadtherrn, und er soll alles mit dir tun, was sei» Herz begehrt." Der Ehassid sah, daß nichts half, und er würde ihm nicht wieder entrinnen können, und mit zerbrochenem Herzen war er gezwungen, auch hierin zu willige». Er ging mit dem Herrn und sah das Fenster und drang durch das Fenster in das Zimmer ein, in dem der Schatz war. Und alsbald kam er heraus und sprach: „Gelobt sei Gott, der mich von diesem großen Diebstahl gerettet hat." Da staunte dieser Herr und fragte: „warum?" Da sagte ihm der Ehassid: „Weil ich das Gespräch seiner Diener angehört habe, die mit-' einander redete», und einer sprach zum ändern: „verwahre nur das tödliche Gift gut, den» am Morgen soll es in fein Teeglas getan werden, und der Schatz wird unser sein, denn niemand in der Stadt