Bar Kochba
- Journal
- Bar Kochba
- Volume
- 1 (1919)
- Issue
- Heft 4
- Date
- 1920-08-01
- Page
- Seite 57 (sequence 9)
- Language
- German
- Belongs to
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3n Cuxhaven und den umliegenden Dörfern dachte in diesen Stunden niemand an die tägliche Arbeit. Der lange Deichweg war gefüllt von Menschen, die erregt mit einander sprachen und immer wieder gegen den Horizont sahen. Die Männer, soweit sie Fischer oder Schiffer waren, trugen schon ihr Gelzeug und die langen Seestiefei.^ 5rmicn , I)attc-n ^tc-(£ud)or . fest um den Kopf gebunden und die Kinder jubelten umso lauter, je donnender sich das Meer gegen den stärken Deich warf. Km Horizont aber stieg langsam eine finstere, grauschwarze Wolkenwand empor und wuchs von Viertelstunde zu Diertelstunde. 3e höher sie wurde, desto mehr Rauchfahnen zeichneten sich von ihr ab, und desto zahlreicher wurden die Schiffe, die vor dem herannahenden Sturm Zuflucht in der Elbemündung suchten. Nur ein riesiger Gzeandainpfer. ähnlich dein, der den kleinen Moses eigentlich nach Umerika hatte bringen sollen, küminerte sich nicht um das heraufziehende Unwetter, sondern zog, lllusik an Bord und Wimpel an allen Masten, stolz seine Dahn. Noch stand die Sonne am Fimmel. Uber schon lösten sich von der Wolkenwand Fetzen los. Ein starker wind erhob sich, und wie plänkelnde Neiterscharen vor der Hauptmasse des Heeres, so jagten die Wolkenfetzen in immer größerer Unzahl über den Kimmei und hüllten die Sonne in immer dichtere Schleier, bis das ganze Firmament bedeckt war von einer einzigen grauschwärzen wand. Da machten die Frauen, daß sie mit ihren Kindern nach Kaufe kamen. Die Männer aber drückten sich die Gelkappen fester ins Gesicht und trugen allerhand Geräte, länge Stangen mit Widerhaken. Ketten und Seile an den Deich. Frau Trina hatte rechtzeitig ihre sämtlichen ltin- . der nach Kaufe gebracht . Da saßen sie nun in der Stube, deren Fenster auf das- Meer gingen, beieinander und warteten auf das, was kommen würde. Ultem Uberglauben zufolge blieb die Tür des Kaufes geöffnet, das Feuer auf dem Kerde wurde gelöscht und zwischen zwei Kerzen legte Frau Trina die Bibel auf den Tisch. Der kleine Moses, hatte so etwas noch nie erlebt Draußen wurde es finster und immer finsterer, und doch war es nicht die Dunkelheit der Nacht, die er so gut kannte. Die Geschichte vom Lande Uegypten fiel ihm ei», die ihm Frau Trina einmal erzählt hatte, wo ein Mann, der so hieß wie er, eine große Finsternis über das Land Herabkommen ließ als Strafe Gottes Und der Junge, dem kein Baum zu hoch und kein Graben zu tief war.