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Bar Kochba · 1920-08-01 · Heft 4 · p. Seite 51

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Bar Kochba
Volume
1 (1919)
Issue
Heft 4
Date
1920-08-01
Page
Seite 51 (sequence 3)
Language
German
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schon von allen Vlumen umringt und geehrt. Km nächsten Morgen wußte sie gar nicht, wer und wo sie war; denn wenn man so viel gedacht und geträumt hat, ist es schwer, sich zurechtzufinden und für eine, kleine dumme Vutterblume ist es noch schwerer. Ls war wieder ein sehr schöner Tag. Die kleine Vlume beschäftigte sich nur mit dem Knaben. Und ihr Wunsch schien sich noch zu erfüllen. Um dieselbe Zeit wie am vorigen Tage hörte sie die Schritte des Knaben. Diesmal schien er sich nicht ausruhen zu wollen. Tr ging weiter und bei einem unvorsichtigen Tritt trat er auf die kleine vlume, die nur an ihn gedacht und nur von ihm gettäumt hatte, seitdem sie ihn Hum ersten Mal gesehen hatte. Ja, hätte er das geahnt, wäre er sicher vorsichtiger gewesen, aber da sich Menschen und Vlumen nicht verstehen können, mußte das kleine Vutterblümchen den Tod erleiden. Klice Grätz. (Ein jüdischcr Köuber Lin Jude, der es trotz aller Mühe auf redliche Weise zu nichts gebracht hatte, beschloß endlich, Räuber zu werden. Lines Tages steckte er sich das große Küchenmefser in den Stiefelschaft, ging in den Wald, stellte sich hinter einen Vaum und wartete geduldig, daß jemand käme, den er ausrauben könnte. Endlich, als er schon ganz kalte Füße hatte, erinnerte er sich, daß es Zeit sei, das Nachmittagsgebet zu sprechen und er begann damit. Wie er mitten drin ist, kommt ein Wagen, darauf sitzt ein Jude. Der Räuber betet ruhig weiter, gibt aber dem Wagen ein Zeichen und der Jude hält an und wartet geduldig, bis jener sein Gebet, beendet hat. Der Räuber beeilt sich nicht, tritt dann aber an den Wagen heran. „Scholaum aleichem," sagt der Räuber, „gleichem Scholaum," antwortet der Jude auf dem Wagen, .Das treibt Ihr hier für Uarrischkeiten?" „Ich bin kein Narr, ich bin ein Räuber", sagt jener. „Na und?" fragt dieser. „War na und?" antwortet jener, „ich bin ein Räuber, wie jeder richtige Räuber, und Ihr müßt mir Euer Geld geben." Der Jude auf dem Wagen schüttelt den Kopf: „Mein Geld brauche ich selbst. Rebb Räuber, ich fahr doch zum Markt." „Dann will ich Pferd und Wagen!" „Und ich soll zu Fuß laufen?" „Dann gebt den Mantel?" „Soll ich vielleicht frieren?" „Nun denn," ruft der Räuber zornig, „wenn Ihr gar nichts geben wollt, so gebt mir wenigstens - eine Prise Tobak". 51

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