Mannheim
Compact Memory

Bar Kochba · 1920-08-01 · Heft 4 · p. Seite 52

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Bar Kochba
Volume
1 (1919)
Issue
Heft 4
Date
1920-08-01
Page
Seite 52 (sequence 4)
Language
German
Belongs to
journal issue
OCR quality
96% known words query
IRI
…/2276426-2276427-2276431--057-2276582
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

Mentioned entities

OCR text

2 entity mentions

wie Moses Mendelssohn zu einer $rau kam Moses Mendelssohn war im Bade Pyrmont. l)ier lernte er den Raufmann Gugenheim aus Hamburg kennen. „Rabbi Moses," sagt der eines Tages, ..wir alle verehren Sie, aber am meisten verehrt Sie meine Tochter. Mir wäre es das höchste Glück. Sic jum Eidam zu haben; besuchen Sic uns doch einmal in Hamburg." - Nioses lNendelssohn war sehr schüchtern, denn er war traurig verwachsen. Endlich entschloß er sich doch von Berlin aus zur Reise und besuchte unterwegs Lessing in vraunschweig, wie in dessen Briefen zu lesen. lNendelssohn kommt nach Hamburg und besucht Gugenheim in seinem Rontor. Vieser sagt: „Gehen Sic hinauf zu meiner Tochter, sie wird sich freuen. Sie zu sehen, ich habe viel von Ihnen erzählt." Mendelssohn besucht die Tochter: anderen Tags kommt er zu Gugenheim und fragt endlich, was die Tochter, die ein gar anmutiges Wesen sei, von ihm gesagt habe? ,,)a, verehrter Rabbi," sagt Gugenheim, „soll ich'sIhnen ehrlich sagen?" „Natürlich!" Nun. Sie lind ein Philosopb. ein Weiser, ein großer Mann, Sie werde» es dem Rinde nicht übel nehmen: sie hat gesagt, sie wäre erschrocken, wie sie Sie gesehen hat, weil Sie ," „weil ich einen Nuckel habe?" Gugenheim nickte. „Ich habe es mir gedacht; ich will aber doch bei Ihrer Tochter Abschied nehmen." Er ging hierauf in die Wohnung und seßte sich zu der Tochter, die nähte. Sie sprachen gut und schön miteinander, aber das Mädchen sah nicht von ihrer Arbeit auf, vermied, Mendelssohn anzusehen. Endlich, da dieser das Gespräch geschickt so gewendet, fragt sie: „Glauben Sie auch, daß die Ehen im 'Himmel geschlossen werden?" „Gewiß, und bei mir ist noch was Besonderes geschehen. Bei der .Geburt eines Rindes wird im l)immel ausgerufen: „Der und Der bekommt Die und Die." Wie ich nun geboren Wurde, wird mir auch meine Frau ausgerufen, aber dabei heißt es: Sie wird, leider Gottes, einen Buckel haben, einen schrecklichen. Lieber Gott, habe ich da gesagt, ein Mädchen, das verwachsen ist, wird leicht bitter und hart, ein Mädchen soll schön sein. Lieber Gott, gib mir den Buckel und laß das Mädchen schlank gewachsen und wohlgefällig sein." Raum hat Moses Mendelssohn das gesagt, als ihm . das Mädchen um den l)als fiel und sie ward feine Zrau. und sie wurden glücklich miteinander, Und hatten schöne und brave Rinder, von denen noch Nachkommen leben. rtus: S. Mensel. Die Familie Men-e!sjo5n 52

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.