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Bericht der Hochschule für die Wissenschaft des Judenthums in Berlin · 1938-01-01 · 51.1938 · page 22

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Journal
Bericht der Hochschule für die Wissenschaft des Judenthums in Berlin
Volume
51.1938
Date
1938-01-01
Page
– (sequence 22)
Language
German
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IRI
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I. Individuelle Motive. Welche Bedeutung der Persönlichkeit einzelner Autoritäten zukommt, insbesondere wenn es Schuihäupter oder Begründer blühender Schulen sind, zeigt das bereits angeführte Beispiel von der Spaltung der Gesetzespraxis, die Hillel und Schammai durch ihre besonderen Schulen veranlaßt haben. Eine ins einzelne gehende Besprechung aller Persönlichkeiten, die als Autoren von Halachot, als Dezisorcn und Tradenten von Dezisionen in beiden Talmuden vorkommen, ist im Rahmen unserer Abhandlung selbstredend nicht möglich, sie soll anderswo erfolgen. Hier beschranken wir uns auf einen kleinen Ausschnitt. Zur Einführung in den vielfältigen und nicht leicht übersehbaren Reichtum talmudischer Dezisionsarbeit wollen wir zunächst auf ein Formales hinweisen, das methodisch eine gewisse Gliederung des Stoffes ermöglicht. Rein formal ist der weitgrößte Teil der Dezisionen nach Personen orientiert, d, h. die Dezisoren nehmen unmittelbaren oder mittelbaren Bezug auf die Urheber oder Tradenten der Lehrmeinungen, Satzungen und Rechtsfälle, die sie nun prüfen. Das Ergebnis dieser Prüfung ist auch äußerlich mit dem Namen des Urhebers oder Tradenten verbunden. Nicht selten werden jedoch Dezisionen auch ohne Nennung von Autoren formuliert, deren Text lediglich den sachlichen Inhalt des Ergebnisses wiedergibt. Diese letztere Art der Fassung ist die weniger übliche, sie ist durch besondere Ursachen bedingt, kann daher in wissenschaftlicher Hinsicht als Kategorie für sich angesehen werden. Wenden wir uns zunächst der ersten Gruppe zu. Die Dezisionen, die an Personennamen anknüpfen, sind gleichfalls verschieden. Es ist selbstverständlich, daß es den Dezisoren in erster Linie darauf ankommt, nachzuweisen, welchem Autor oder Tradenten man bei einer endgültigen Entscheidung der Halachot zu folgen habe. Doch erfordert manchmal die Untersuchung, daß man den umgekehrten Weg einschlage, daß man nämlich im Hinblick auf einen bestimmten Autor in der Dezision seinen Ausschluß festzustellen habe. Es ist nichi unsere 8

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