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Bericht der Hochschule für die Wissenschaft des Judenthums in Berlin · 1936-01-01 · 50.1936 · page 23

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Journal
Bericht der Hochschule für die Wissenschaft des Judenthums in Berlin
Volume
50.1936
Date
1936-01-01
Page
– (sequence 23)
Language
German
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IRI
…/2273546-2273645--2503-2276308
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Dissertation über ein rein grammatisches Thema — für jüdische Studien erhielt er — außer im biblischen Fache — keine Anregungen. Da brach bei ihm die neue Erkenntnis durch, 1818 trat er mit der kleinen Schrift „Etwas über die rabbinische Literatur" hervor, die ganz neue Perspektiven für die Betrachtung jüdischen Schrifttums, für die Erkenntnis jüdischer Vergangenheit, für das Verständnis jüdischen Wesens eröffnete. Sie konnte noch nicht zum Ausgangspunkt einer neuen Bewegung werden, denn noch fehlte der wichtigste Teil der Erkenntnis. Sic betrachtete ihre Aufgabe als die des Registrierens -tuncs abgeschlossenen Schrifttums, das keine Kraft mehr hatte, Neues hervorzubringen. Diesen Irrtum hat Zun/, in der Arbeit rasch überwunden, die Gründung des „Vereins für Kultur und Wissenschaft der Juden", die Herausgabe der „Zeitschrift für die Wissenschaft des Judentums" waren Ausdruck der neuen Stimmung. Sie gipfelte darin, daß das Judentum lebendig, und daß die wissenschaftliche Erforschung des Judentums eine der Wurzeln ist, aus denen es die Safte des Lebens, die Kraft ewiger Verjüngung zieht. Sie sollte die Intelligenz konzentrieren, allmählich die Kräfte wecken, die die Erhaltung des Judentums unter den veränderten Bedingungen der Neuzeit gewahrleistete. Hieraus spricht die Überzeugung von der Macht des Geistes, Menschen und Zustände zu verändern, eine Überzeugung, die er mit den geistigen Führern seiner Zeit teilt, die andererseits mit der hohen Bewertung des Leinens innerhalb des Judentums im Einklang steht. Hier beginnt Zunz' jüdische Sendung: Wissenschaft des Judentums als tragende Idee, als lebcngestaltcndes Prinzip. Unabhängig von den einzelnen Leistungen, unabhängig von ihrer Erscheinungsform ist sie vorhanden, „sie lebt, auch wenn sich jahrhundertelang kein Finger für sie rührt", in dem verzweifeltsten Augenblick seines Lebens, als. er alle seine Hoffnungen auf eine Regeneration des Judentums wie in einer Sintflut vergraben sieht, ist sie allein es, die ihn neben der Hoffnung auf Gott am Leben erhält"). Zunz war nicht von einem gegebenen Stoffe ausgegangen, sondern vom Humanismus, von der Idee der Wissenschaft; er hatte diese intuitiv erschaut, es galt nun, an den Stoff heranzukommen. Hier war alles Neuland, der Boden nicht etwa nur urbar zu machen, sondern erst zu gewinnen, der Stoff ebenso zu entdecken wie die Methode der Bearbeitung. Zunz wollte nichts übereilen, nichts vorlegen, was nicht genügend vorbereitet war, „schnell gedruckte Bücher werden schnell wieder vergessen". Seine Aufsätze in der „Zeitschrift" 23

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