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Bericht der Hochschule für die Wissenschaft des Judenthums in Berlin · 1936-01-01 · 50.1936 · page 21

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Journal
Bericht der Hochschule für die Wissenschaft des Judenthums in Berlin
Volume
50.1936
Date
1936-01-01
Page
– (sequence 21)
Language
German
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IRI
…/2273546-2273645--2501-2276306
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ihn dort vermißt und mit offenen Armen begrüßt zu haben. Soeben war die Königliche Kabinettsordre erschienen, welche den Juden die Führung christlicher Namen verbot, die Berliner Gemeindeverwaltung lüelt eine dringliche Vorstellung gegen diese für notwendig. Das überwältigende gelehrte Material über „die Namen der Juden", das Zunz in wenigen Woclren vorlegte, zeigte deutlich seine Unentbehrlichkeit für die Gemeinde. Allseitig trat jetzt dort der Wunsch hervor, „der Tätigkeit dieses Gelehrten ein würdiges Feld anweisen zu können". Das völlig unzureichende Lehrerseminar sollte umgestaltet und Zunz' Leitung unterstellt werden18), aber in der Gemcindo herrschte kleinlicher Kramergeist, die für das Schulwesen vorantwortlicho Kommission gelangte in ihrem Bericht zu der Schlußfolgerung: „Die Jüdische Gemeinde zu Berlin ist unseres unmaßgeblichen Erachtens durch nichts verpflichtet, eine Anstalt von so großer Bedeutung für die Juden Deutschlands oder Preußens und von so großem Kostenaufwand, als dafür erforderlich wäre, zu errichten." Es bedurfte erst des Drängens der Staatsbehörde, um die Angelegenheit in Fluß zu bringen, aber die Vorbereitungen zogen sich jahrelang hin. „Ich habe in Berlin weder Aufmunterung noch Unterstützung, weder eine Stelle noch eine Aussicht", klagt Zunz am 1. Juni 1838 seinem Lehrer De Wette19), als das Provinzialschulkollegium von ihm, der inzwischen 44 Jahre alt war, den Nachweis der Befähigung für das Rektorat verlangte. Ein weiteres Jahr verging, bis er die Prüfung ablegte, und wieder eines, bis er seine Tätigkeit beginnen konnte (29. April 1840). Damit war ein gewisser Ruhepunkt erreicht, das Einkommen und die spätere Pension aus diesem Amte waren der einzige materielle Erfolg, den der Gelehrte zu verzeichnen hatte 1 Zunz hatte nun einen Posten, aber keine Stelle. Außer der Liebe seiner Seminaristen konnte ihm nichts an dieser Tätigkeit Freude machen. Den Gemeindevorstand reute es gar bald, das Seminar errichtet zu haben, er ließ seine Unlust an dem Leiter aus. Er brauchte ihn zwar gerade damals als Gutachter für die beginnenden Beratungen über die gesetzliche Regelung der Stellung der Juden in Preußen, aber das Verhältnis war doch ein recht gespanntes. Zunz konnte in dieser Atmosphäre der Mißgunst nichts zustande bringen. Er hatte dem neuen Kulturverein seine Kraft zur Verfügung gestellt, aber sich nach kurzer Zeit zurückziehen müssen, er ergriff im Sommer 1848, nach dem Erlaß der preußischen Verfassung, die Initiative, um einet neue Grundlage für die. Gemeinde Berlin zu schaffen, ohne ein 2i

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