Bericht der Hochschule für die Wissenschaft des Judenthums in Berlin
- Journal
- Bericht der Hochschule für die Wissenschaft des Judenthums in Berlin
- Volume
- 50.1936
- Date
- 1936-01-01
- Page
- – (sequence 7)
- Language
- German
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Lehrerberuf gegenwärtig ein außerordentlich starker Bedarf an jüngeren Kräften besteht Tod und Auswanderung haben in diese Berufe erhebliche Lücken gerissen, so daß vorübergehend die Aussichten für geeignete Bewerber sehr günstig sind. Für die Theodor und Becca Steinthal-Stiftung wurden folgende Preisaufgaben ausgeschrieben: 1933: „D^ Gesetze des Deuteronomions im Vergleich mit den anderen (J&setzespartien der Bibel", den Preis erhielt Dr. Gustav Ormann; 1934: „Die Bedeutung der Zeitschrift Sulamith für die innere Entwicklung des Judentums im XIX. Jahrhundert", der Preis wurde Dr. Siegfried Stein zuerkannt; 1935: „Moses Maimonides' Lehre von der messianischen Zeit", den Preis erhielt Dr. Jechiel Fischer. Aus Anlaß seines 70. Geburtstages spendete Herr Berthold Kirstein RM 300,— für eine Preisaufgabe der von seinem Vater begründeten Moses Mendelssohn-Prämien-Stiftung. Das ausgeschriebene Thema „Nach welchen Gesichtspunkten hat Moses Maimonides seine halachischen Entscheidungen getroffen?" fand keinen Bearbeiter. Als Thema für 1936 wurde „Leopold Zunz* Bedeutung für das Judentum des XIX. Jahrhundert" gestellt. Die Bibliothek ist in der Berichtszeit wcilergewachsen, sie besteht heute aus 58 590 Bänden. Der Zugang geht in der Hauptsache auf Austausch und Schenkungen zurück, da die beschränkten Mittel uns Ankäufe leider nicht gestatten. Wir können aus Raummangel die Schenker nicht einzeln aufzählen, sprechen ihnen aber an dieser Stelle unseren verbindlichsten Dank aus und richten die Bitte an sie, auch weiter zu helfen, da unsere Bibliothek sich nur auf diesem Wege ergänzen kann. Mit besonderem Dank verzeichnen wir, daß Frau Käte Wassermann uns die wertvollen hebräischen Bücher ihres verewigten Gatten, die er schon bei Lebzeiten in unserer Bibliothek aufgestellt hatte, als Geschenk überließ und durch eine große Reihe anderer vermehrte. Gegenstand standiger schwerster Sorge war und ist die Gestaltung unserer Finanzen. Der Rechnungsabschluß für das Jahr 1931 wies den erschreckenden Fehlbetrag von RM 36700 auf, der z. T. aus den vorangegangenen Jahren übernommen war. Zur Deckung des Defizits mußten wir fast unser gesamtes mobiles Kapital verwenden. Die bereits erwähnte Notgemeinschaft der jüdischen Wissenschaft überwies uns im Jahre. 1933 ca. RM 26000;.da der größte Teil dieser Beträge von der Jüdischen Gemeinde Berlin vorgestreckt war, mußten wir der Gemeindeverwaltung gegenüber eine Schuld in Höhe 7