Bericht der Hochschule für die Wissenschaft des Judenthums in Berlin
- Journal
- Bericht der Hochschule für die Wissenschaft des Judenthums in Berlin
- Volume
- 50.1936
- Date
- 1936-01-01
- Page
- – (sequence 8)
- Language
- German
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von RM 21000 übernehmen. Zwar wurde dadurch der Etat ausgeglichen, aber das Vermögen der Anstalt erheblich belastet. Um einen Ausgleich des Etats herbeizuführen, haben wir seit dem Jahre 1933 alle Gehälter bis zu einer niedersten Grenze herabgesetzt und auch sonst alle Ausgaben auf ein Mindestmaß gedrosselt. Die Ausgaben, die 1932 noch RM 109 000 betrugen, gingen 1935 auf rund RM 60000 zurück. Aber unsere Einnahmen blieben weiter auf der absteigenden Linie. Die Zinseingange verminderten sich andauernd infolge des Rückgangs unseres Kapitalvermögens und der allgemeinen Herabsetzung des Zinsfußes. Die Einnahmen aus Jahresbeiträgen und aus Spenden sind infolge der ungünstigen Wandlung in der Wirtschaftslage der Juden ganz erheblich zurückgegangen. Daß wir überhaupt unseren Verpflichtungen einigermaßen nachkommen konnten, verdanken wir der Hilfe, welche uns von den zentralen jüdischen Organisationen gewährt 'wurde. An die Stelle der Notgemeinschaft, deren Schatzmeister, Herrn Otto Eskelcs, wir an dieser Stelle für seine mühereiche Tätigkeit unseren besten Dank aussprechen, trat die Organisation Hilfe und Aufbau der Reichsvertretung der Juden in Deutschland. Sie gewährte uns im Jahre 1934 eine Beihilfe von RM 28000, 1935 eine solche von RM 32 200. .Außerdem wurde durch die Reichsvertretung eine neue Notgemeinschaft der jüdischen Wissenschaft begründet, die von sich aus bei privaten Wohltätern Spenden für dio Zwecke aller jüdisch-wissenschaftlichen Institute sammelte und diesen anteilsmäßig zur Verfügung stellte. Die Jakob Plaut-Stiftung hat uns 1934 RM 500 und 1935 RM 1500 gütigst bewilligt Ungeachtet aller dieser dankenswerten Zuwendungen war es auch im letzten Jahre nicht möglich, Ausgaben -und Einnahmen in Einklang zu bringen, so daß es wiederum mit einem Fehlbetrag schließt. An größeren Spenden verdanken wir Herrn Golluber RM 3000. Einen Zuwachs an Vermögen erfuhren wir durch die Ciarisse Friedeberg-Stiftung mit RM 1000; aus dem Nachlaß wurden weitere RM 1000 gestiftet, die teils für kranke Hörer, teils für solche, denen die Mittel zur Promotion fehlten, verwandt wurden. Die Domnauer-Stiftung wurde im Jahre 1933 um RM 2000 erhöht. Die Befreiung von der Hauszinssteuer, die wir bisher genossen, wird uns nicht mehr gewährt. Für 1936 müssen wir RM 2880 zahlen, Außerdem müssen wir Nachzahlungen für die letzten Jahre leisten. Im Zusammenhang mit anderen uns auferlegten neuen Steuern bedeutet diese Belastung für uns eine schwere Sorge. Das. Vermögen der uns gehörigen und gesondert verwalteten Haus- 8