Bericht der Hochschule für die Wissenschaft des Judenthums in Berlin
- Journal
- Bericht der Hochschule für die Wissenschaft des Judenthums in Berlin
- Volume
- 50.1936
- Date
- 1936-01-01
- Page
- – (sequence 4)
- Language
- German
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waltungsgcschäften beteiligen konnte, so hat er sie doch mit reger Aufmerksamkeit verfolgt und ist namentlich in allen finanziellen Nöten für die Anstalt eingetreten. Wir werden dem Dahingegangeneu ein dankbares Andenken bewahren. Den schwersten Verlust erlitten wir im September 1934 durch das Hinscheiden des Herrn Bankdirektor Oscar Wassermann. Dreißig Jahre lang hat er dem Kuratorium angehört. Seine innere Verbundenheit mit unserer Aufgabe, seine ausgezeichnete Sachkenntnis, sein herzliches Wohlwollen haben ihm eine überragende Stellung im Kuratorium gesichert. Dem treuen Bekenner des Judentums, der eine ungewöhnliche Vertrautheit mit dem jüdischen Schrifttum mit unbegrenzter Hochachtung vor wissenschaftlicher Forschung verband, lagen alle Bestrebungen zur Erhaltung und Förderung der Wissenschaft des Judentums zutiefst am Herzen, und so war er auch unserer Anstalt ein warrnlverziger treuer Freund, dessen kluger Rat in allen mit ihrer wissenschaftlichen Aufgabe verbundenen Fragen eingeholt wurde. Aber auch für die materielle Sicherung der Anstalt hat er sich jederzeit mit opferfreudiger Bereitschaft eingesetzt Namentlich die wachsenden finanziellen Schwierigkeiten der letzten Jahre bereiteten ihm schwere Sorgen; es war sein „letztes großes Werk für unsere Sache, daß er sich für die Schaffung einer Notgemeinschaft der jüdisch-wissenschaftlichen Institute in Deutschland einsetzte, deren Leitung übernahm und auf diese Weise die jüdische Gemeinschaft zu einer einheitlichen Regelung der Lastenaufbringung für die Anstalten veranlaßto. Der Name Oscar Wassermann ist aus der Geschichte der Lehranstalt nicht hinwegzudenken, er wird in ihr stets in Ehren genannt werden. Wir haben ferner das Hinscheiden des Herrn Salo Freund zu beklagen, der lange Zeit in treuer Arbeit das Amt eines Revisors verwaltet hat. An seine Stelle ist Herr Hermann Golluber getreten. Noch bedeutsamer waren die Veränderungen im Lehrerkollegium. Zum Sommer-Semester 1933 bat Herr Dr. Torczyner um Urlaub, kurze Zeit darauf erhielt er eine Berufung als Professor für hebräische Sprachwissenschaft an die Hebräische Universität in Jerusalem. Seine Vertretung übernahm Herr Dr. Elias Auerbach und, als auch dieser nach Palästina auswanderte, Herr Dr. Moses Sister. Zum Winter-Semester 1934 folgte Herr Prof. Guttmann einer Einladung der Universität Jerusalem, Gastvorlesungen über das Gebiet der jüdischen Philosophie zu halten. Ein Jahr später nahm auch er dort eine Berufung als Professor an. In seine Vertretung teilten sich die 4