Bericht der Hochschule für die Wissenschaft des Judenthums in Berlin
- Journal
- Bericht der Hochschule für die Wissenschaft des Judenthums in Berlin
- Volume
- 50.1936
- Date
- 1936-01-01
- Page
- – (sequence 3)
- Language
- German
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Unser letzter Bericht ist 1932 zum 60jährigen Bestehen unserer Anstalt erschienen. Die finanzielle Lage hat seitdem die Herausgabe weiterer Berichte unmöglich gemacht. Der vorliegende Bericht — der 50. —, der die Jahre 1932—1935 umfaßt, kann dank gutiger Sonderspende der Salomon-Neumann-Stiftung veröffentlicht werden. Seit dem letzten Bericht sind bedeutsame Veränderungen an der Lehranstalt vorgegangen. Auf Verlangen der Aufsichtsbehörde wurde der Name „Hochschule" wiederum iu „Lehranstalt für die Wissenschaft des Judentums" umgewandelt. Infolge der veränderten Bilduugsverhältnisse der Juden in Deutschland wurde § 17 Abs. 1 der Salzung-, nach dem Reifezeugnis und Studium an der Universität für die Immatrikulation Voraussetzung waren, wie folgt gefaßt: „Die Schüler sollen diejenige wissenschaftliche Vorbildung besitzen, welche eine Voraussetzung für das Universitälsstudium bildet." Entsprechend werden auch die Bestimmungen der Studien- und Prüfungsordnung geändert werden. Endlich konnte auch die bisher gewährte volle Unentgeltlichkeit des Unterrichts nicht mehr aufrechterhalten werden. § 16 und § 19 Abs. 2 der Satzung wurden wie folgt geändert: „Für die Vorlesungen und Übungen, ist eine Gebühr zu zahlen, die vom Kuratoriuni festgesetzt wird" und „Für die Abschlußprüfung sind Gebühren zu zahlen, die vom Kuratorium festgesetzt werden". Alle diese Satzungsänderungen sind von der Aufsichtsbehörde genehmigt. Der Bestand des Kuratoriums hat in der Berichtszeit vielfach gewechselt. Die gegenwärtigen Mitglieder des Kuratoriums und die Verteilung der Ämter im Kuratorium sind am Anfang dieses Berichts angegeben. Wir hatten die Freude, den Senior des Kuratoriums, Herrn Justizrat Dr. jur. Dr. rer. pol. h. c. Arnold Seligsohn am 13. September 1934 zum 80. Geburtstage zu beglückwünschen. Angesichts seiner Verdienste um die Anstalt während seiner langen Zugehörigkeit zum Kuratorium und als dessen Vorsitzender haben wir ilin zum Ehrenvorsitzenden gewählt. Das Kuratorium hat schwere Verluste zu beklagen. Im März 1936 starb unerwartet Herr Alfred Anders, nachdem er erst wenige Monate dem Kuratorium angehört hatte. Im August 1934 verschied Herr R.-A. Dr. Eduard Baerwald-Frankfurt a. M., der dem Kuratorium seit 1922 angehört hatte. Schon durch seinen Vater, den Direktor des Frankfurter Philanthropins Dr. Hermann Baerwald, war der Verewigte von Jugend auf mit der Anstalt verbünde», und er hat ihr .stets das lebhafteste Interesse entgegengebracht Wenn er sich auch infolge der räumlichen Entfernung nicht regelmäßig an den Ver- 3