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Bericht der Hochschule für die Wissenschaft des Judenthums in Berlin · 1932-01-01 · 49.1932 · page 49

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Journal
Bericht der Hochschule für die Wissenschaft des Judenthums in Berlin
Volume
49.1932
Date
1932-01-01
Page
– (sequence 49)
Language
German
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IRI
…/2273546-2273643--2456-2276260
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theologia prototypos nur Gottes sei und sich als theologia comprehensorum allein den Engein und Seligen erschließe; den irdischen Menschen sei ihr Abbild, eine theologia cktypos, diese theologia vialorum gewährt2*). Sie gehört so zu der in die Kirche hcrniedersleigcnden Logos-Offenbarung. Hieran hat die neue, gegen den Historismus ankämpfende Theologie wieder die Anknüpfung gesucht. Auch sie will diese theologia viatorum sein: „die kritische, methodische Besinnung des Theologen auf das, was er tut, wenn er auf Grund der Offenbarung von Gott redet" (Gogarten), „die begriffliche Darstellung der Existenz des Menschen als einer durch Gott bestimmten" (Bultmann), „der in einem bestimmten Jetzt und Hier in den Formen begrifflichen Denkens sich vollziehende Dienst bestimmter Menschen an Gottes Offenbarung", „die kritische Besinnung auf das die Kirche begründende Wort", „die kritische Selbstbesinnung der Kirche" und infolgedessen eine „Funktion der Kirche" (Karl Barth)2*). Beides sollte hier, im Gegensatz zum Historismus, festgehalten bleiben, die bestimmte Situation und die maßgebende Norm; die Geschichte wird ein Prädikat der Offenbarung, während jenem die Offenbarung zum Prädikat der Geschichte geworden war. Der Weg zu der Frage, die sich gegenüber dem „geselüchtlichen" Judentum des vorigen Jahrhunderts erheben mußte, ist von hier aus allerdings noch nicht gewiesen. Den beiden Begriffen, wie sie hier dem Historismus entgegengestellt werden, Offenbarung und Kirche, kommt eine Bedeutung zu, die dem Judentum fremd ist. Wenn auch der Vergleich mit ihnen und anderem wichtig und bisweilen unerläßlich ist, so kann eine Lösung, eine Antwort immer nur aus dem Eigenen und Eigentümlichen des Judentums hervor erlangt werden. Es ist nicht zulässig und nicht möglich, auf das Judentum Kategorien anzuwenden, die von ganz anders gefügten Gebilden hergenommen sind; so manches Mißverständnis, die Ergebnislosigkeit mancher gedanklichen Auseinandersetzung geht darauf zurück. Nur von dem Besonderen des Judentums aus darf gesagt werden, was in ihm Theologie bedeuten soll und worin sie ihre Beziehung zur Geschichte haben kann. Das Judentum besitzt sein Eigentümliches, diesen Grund seiner Entstehung und seiner inneren Bewegung darin, daß in ihm ein ganz charakteristisches wesentliches Problem hervorgetreten ist, das seitdem im Denken der Menschheit seinen Platz hat Darin ist auch das Weltgeschichtliche, das Universelle des Judentums gegeben. Ein Universalismus besteht nicht in jener Absolutheit, von der die protestan- 49

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