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Bericht der Hochschule für die Wissenschaft des Judenthums in Berlin · 1932-01-01 · 49.1932 · page 44

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Journal
Bericht der Hochschule für die Wissenschaft des Judenthums in Berlin
Volume
49.1932
Date
1932-01-01
Page
– (sequence 44)
Language
German
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IRI
…/2273546-2273643--2451-2276255
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kommenc Formen der Wahrheit von Gott hinführten; für ihn widerspricht der Begriff der absoluten Religion, dieser geschichtlichen Verwirklichung eines Allgemeinbegriffes dem Wesen der geschichtlichen Wirklichkeit, die nur begrenzte, individuelle Erscheinungen kenne — ganz abgesehen davon, daß der „Regenbogen" jener historischen Konstruktionen „nur auf dem Nebel einer noch sehr unbestimmten historischen Erkenntnis leuchten konnte"10). Und auch das, was die Ritschl'sche Schule für diese absolute Religion ihrer Vorgänger einzusetzen suchte, der „individuell-historische" Anspruch auf absolute, normative Geltung, den das Christentum gegenüber anderen Religionen vermöge seiner besonderen historischen Erscheinung erheben dürfte, auch dieser abgeschwächte Supranaturalismus sei geschichtlich haltlos; denn er komme nur durch eine Zweideutigkeit zustande, dadurch nämlich, daß von vornherein jede nichtchristliche religiöse Erscheinung als nur geschichtlich und damit relativ, das Christentum dagegen als nicht nur geschichtlich, als eine absolute Offenbarung erachtet würde11). Es ist Troeltschs großes Verdienst, daß er gegenüber solchen Halbheiten und Doppelsinnigkeiten des Geschichtsgedankens ihn in seiner ganzen Bestimmtheit - und Allgemeingültigkeit festgehalten wissen wollte. Eine Theologie in dem bisherigen Sinne erscheint ihm unmöglich; für „die Normen der Lebensgestaltung" sei nur diese Eindeutigkeit faßbar, „bleibe nur die Geschichte als Quelle und die Geschichtsphilosophie als Lösung"12). So durchaus bedeutet ihm die Geschichte alles, daß sie „einen an der Grenze aller Wissenschaft liegenden Gedanken" erfordert, der „erst den letzten Abschluß und Hintergrund aller Historie bildet" und „allein dafür bürgt, daß die Bewegung historischindividueller Wirklichkeiten doch in einer letzten Einheit ruht"13). Seine umfassende Philosophie der Geschichte reicht an eine Geschichtsmystik hin; er steht nicht an, „mit allem Nachdruck zu betonen: die Historie geht derart an ihren Rändern in einen mystischen Hintergrund des Alllebcns zurück, und nicht einmal die Selbständigkeit ihrer Logik und Methode wäre ohne das aufrechtzuerhalten"14). Von da aus hat Troeltsch ein Dreifaches formen wollen, das an gewisse Motive- und Gestaltungen der jüdischen Mystik erinnert: den Begriff der „individuellen Totalität", einer „wesenhaften und individuellen Identität der endlichen Geister mit dem unendlichen Geiste"16), kraft deren Historisches und Normatives, Faktisches und Seinsollendes ineinander Bind; sodann die Lehre von der „Erkenntnis des Fremdseelischen", die gegeben ist, „weil wir das Fremdseelische vermöge 44

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