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Bericht der Hochschule für die Wissenschaft des Judenthums in Berlin · 1932-01-01 · 49.1932 · page 39

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Journal
Bericht der Hochschule für die Wissenschaft des Judenthums in Berlin
Volume
49.1932
Date
1932-01-01
Page
– (sequence 39)
Language
German
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IRI
…/2273546-2273643--2446-2276250
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Schaftsbewegung, Probleme der Produktivicrung und der Facharbeil der Juden, Soziale Strömungen im modernen Judentum sowie Anthropologie — worüber ein Arzt liest. Ganz wenige Beziehungen zum Leben sind vorlaufig dort festzustellen, wo man sie am ehesten erwartet und wo sie sich aus der Umgebung am leichtesten ergeben, am Jüdisch-wissenschaftlichen Institut der Universität Jerusalem (Makhon lemaddao' hajahadut, Institute of Jcwish Studies). Sieht man von den Vorlesungen über Soziologie der Juden ab, so vermißt man in dieser Abteilung der Hebräischen Universität jede Beziehung zum lebendigen Judentum. Schon daß die Notlösung der Diaspora nachgeahmt und an der jüdischen Universität ein Institut für das Studium des Judentums abgesondert wurde, mußte befremden. Der gegebene Weg wäre der gewesen, die jüdischen Disziplinen unter die allgemeinen aufzuteilen und aus ihnen zu entwickeln7), aber es mußte wohl hiervon abgesehen werden, da die Universität bei ihrer Gründung außer den jüdischen keine anderen geisteswissenschaftlichen Studien betrieb. Seit 1928 ist das Jüdisch-wissenschaftliche Institut der philosoplüschen Fakultät (Fakultah lcmaddae' haruach, Faculty of Humanities) eingegliedert, aber seine Sonderstellung wird bis zu einem gewissen Grade gewahrt, es wird von einem eigenen Kuratorium betreut Ob der Schaden oder der Nutzen dieser Selbstverwaltung überwiegt, soll hier nicht entschieden werden; sicher ist, daß die häufig kritisierte stiefmütterliche Behandlung der biblischen Studien durch die Meinungsverschiedenheiten innerhalb dieses Gremiums verschuldet ist Scharfe Kritik riefen in den letzten Monaten die ersten Prüfungen und Titelverlcihungcn hervor8). Mehr als die Hälfte der Kandidaten hatte „Neuhebräische Literatur" als Hauptfach gewählt, und es ist mit Recht bemängelt worden, daß jemand an einer hebräischen Universität einen akademischen Grad in jüdischer Literatur erwerben kann, wenn seine wissenschaftlichen Studien in diesem Fache sich lediglich auf ein einziges Jahrhundert (1780 bis 1S80) erstrecken. Der Streitfall darf hier zur Sprache gebracht werden, da er ein methodisches Grundproblem der Universität Jerusalem und besonders des Jüdisch-wissenschaftlichen Instituts berührt. Dieses Institut war ursprünglich als.Forschungsinstitut gedacht, die erste Kuratoriumssitzung nahm einstimmig die folgende Resolution an: "Die Sektion für die Wissenschaft des Judentums soll als Mittelpunkt für die Erforschung des Judentums, der jüdischen Religion, der hebräischen Sprache und anderer semitischer Sprachen, der Literatur, Geschichte, des Rechts, der Philosophie und aller Zweige des Lebens 39

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