Bericht der Hochschule für die Wissenschaft des Judenthums in Berlin
- Journal
- Bericht der Hochschule für die Wissenschaft des Judenthums in Berlin
- Volume
- 49.1932
- Date
- 1932-01-01
- Page
- – (sequence 38)
- Language
- German
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J 'J "3 1 blieben. Die drei deutschen Hochschulen, die der Ausbildung von Rabbinern dienen, haben Vorlesungen und Übungen über Sozialpolitik und Wohlfahrtspflege eingeführt, die Hochschule für die Wissenschaft des Judentums beteiligt sich überdies an den von der Zentralwohlfahrtsstelle der deutschen Juden ins Leben gerufenen „Lehrgängen für jüdisch-soziale Ausbildung und Fortbildung"; das 1922 eröffnete Jewish Institute of Religion in New York hat von Anfang an die Ausbildung von Sozialarbeitern in sein Programm aufgenommen, das Hebrew Union College in Cincinnati einen Lehrstuhl für soziale Praxis eingerichtet. Von den nur der Forschung dienenden Instituten hat die Akademie für die Wissenschaft des Judentums in Berlin eine ,.Kommission für Statistik und Wirtschaftskunde der Juden", das Jüdisch-Wissenschaftliche Institut in Wilna eine „Sektion für Wirtschaft und Statistik" geschaffen. Das Jewish Theological Seminary of America in New York hat in dem neuen Gebäude, welches seine riesige Bibliothek (100 000 Drucke und 6000 Handschriften) l>eherbergt, ein Museum für jüdische Kunst eingerichtet. Dasselbe hat das Hebrew Union College getan, das außerdem einen Lehrstuhl für jüdische Musik geschaffen hat. Ganz eigene Wege, die z. T. durch die örtlichen Verhältnisse bedingt sind, ging das 1928 eröffnete Jüdisch-wissenschaftliche Institut in Warschau (Instytut Nauk Judaistycznych w Warszawie, Makhon lechokhmat Jisrael), das von der Gesellschaft zur Verbreitung jüdischer Wissenschaft in Polen erhalten wird. Es hat seit 1929 zwei Fakultäten6): eine rabbinischc zur Heranbildung von Rabbinern und Lehrern der jüdischen Religion und eine soziologisch-historische zur Heranbildung von Lehrern der jüdischen Geschichte und hebräischen Literatur in Mittelschulen sowie von Sozialarbeitern. Die Hauptunterrichtsfächer der rabbinischen Fakultät sind: Bibel, Talmud, jüdisches Recht, jüdische Geschichte, Philosophie und Ethik des Judentums, Pädagogik, Lilurgik, Homiletik und Apologetik; die der soziologischhistorischen Fakultät: Sprachwissenschaft, Geschichte der hebräischen Literatur, jüdische Geschichte, jüdische Wirtschaftsgeschichte, soziale Praxis, Anthropologie und Biologie sowie Hygiene der Juden, Ethnographie und Folklore, Palästinakunde, jüdische Kunst, Bibliotheks¬ und Museumskunde. Nicht alle Fächer dieses umfangreichen Programms werden bereits gelehrt; an Vorlesungen, die anderwärts gar nicht oder nicht gesondert gehalten werden, sind zu verzeichnen: Wirtschaftsgeschichte, Wanderungen der Juden, Soziale Arbeit und jüdische Fürsorge, Geschichte und Probleme der jüdischen Gcnosscn- 3$