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Bericht der Hochschule für die Wissenschaft des Judenthums in Berlin · 1932-01-01 · 49.1932 · page 28

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Journal
Bericht der Hochschule für die Wissenschaft des Judenthums in Berlin
Volume
49.1932
Date
1932-01-01
Page
– (sequence 28)
Language
German
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IRI
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ergänzen: „ein Engel als Dolmetsch", die auch noch innerhalb des' Elihuverscs 33, 23: „Gibt es bei ihm einen (Engel, Dolmetsch) nur von tausend, seine Rechtlichkeit dem Menschen kund zu tun?" rhythmisch als hinzugesetzte Erklärung empfunden werden. Zeigt es sich so, daß die Umdeutung aus dem Mißverständnis fdtcrer Überlieferung nicht nur innerhalb der mündlich weitererzählten Sagen ihre umwandelnde Rolle spielt, sondern «auch in der Neubearbeitung und Umdichtung schriftlich überlieferter Berichte und Dichtungen, so ist damit eine neue Möglichkeit im Werdegang der biblischen Literatur nachgewiesen, dio wohl auch sonst, in Fallen, wo wir dies bisher nicht ahnen, vorliegen mag. Da sind in der Bibel eino Reihe von Liedern, von denen wir es wissen oder vermuten können, «laß sie nach älteren Mustern gearbeitet sind. Und wenn wir darin, ähnlich wie bei Iii. 33, 23, auf Stellen stoßen, deren letzter Sinn so, wio er überliefert ist, nicht erklärlich scheint, bleibt neben anderen Möglichkeiten nun doch auch die zu untersuchen, ob die Stelle innerhalb der Quelle nicht einen anderen Ursinn hatte, der bei der Umarbeitung aus diesem oder jenem Grunde verlorenging. Und dies gilt nicht nur von den Sagen und Dichtungen allein. Ganz klar liegt dieser Vorgang z. B. zutage in den sicherlich auch schriftlich überlieferten Genealogien. Da standen einmal in älteren Quellenschriften der Urgeschichte zwei Rezensionen der Genealogie des Urmenschen, der in einer von ihnen (vgl. Gen. 4) Adam (Q"$), in der anderen (vgl. Gen. 5, 9) mit dem anderen Wort für „Mensch" Enosch benannt war: Adam — Enosch " Kain — Kcnan Hanoch — Hanoch Irad — Jercd Mchujael — Mahalalel Metuschael — Mctuschelah Lemech — Lcmcch. Die ursprüngliche Identität beider Stammlinicn ist, trotzdem im Text von Gen. 5 Mahalalel und Hanoch ihre Stelle getauscht haben, klar und in der Hauptsache bekannt. Die Bearbeiter der Quellen jedoch betrachteten die Enoschrcihe als etwas Eigenes, und so sind die Enoschiten in Gen. 5 als Nachkommen Sets, des Bruders Kains, angefügt, weshalb man auch in der Wissenschaft noch irrig von Setiten und Kainiten spricht statt von Adamiten und Enoschiten. Und ähn- 28

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