Bericht der Hochschule für die Wissenschaft des Judenthums in Berlin
- Journal
- Bericht der Hochschule für die Wissenschaft des Judenthums in Berlin
- Volume
- 49.1932
- Date
- 1932-01-01
- Page
- – (sequence 27)
- Language
- German
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nicht alle das Werk eines Dichters. Zumindest die Reden des vierten Freundes, Elihu, die, wenn auch wieder mit andersartigen Stücken durchsetzt, in Kap. 32—37 einen neuen Hcdncr in den Dialog einführen, lassen sich deutlich als spatere Erweiterung einer älteren Dichtung erweisen. Dafür können allerdings die sprachlichen Eigentümlichkeiten dieser Partien nicht entscheidend sein, denn derselho Dichter, der auch sonst llioh und seine Freunde durcli Edoimsmcn ilirer Sprache als Nichtisraeliten charakterisiert, könnte auch den Busiten Elihu durch Besonderheiten seines Wortschatzes gekennzeichnet hahen. Nur aus der Annahme einer anderen, späteren Hand jedoch läßt sich der Umstand erklären, daß in den Elihuredcn frühere Worte Iiiobs zitiert und dabei offenbar in einem Sinne verstanden werden, den sie an der Grundstelle nicht haben können: Iii. 9, 2 f. erklärt Hiob verzweifelt, daß es vergeblich wäre, wollte ein Mensch mit Gott rechten: „Wollte er (der Mensch) mit ihm streiten, er (Gott) antwortete ihm nicht (auf) eins von tausend ( rinx «jVk "»30)1" Diesen Satz, im Zusammenhang mit anderen ähnlicher Art (von 33, 13 ab), zitiert Elihu, um ihn zu widerlegen, in dem viel mißdeuteten Vers 33, 239): Ob es bei ihm.(bei Gott) einen Boten (oder Engel), einen Dolmetsch gibt, einen von tausend, dem Menschen seine (Gottes) Rechtschaffenheit mitzuteilen! Die Wendung „eins von tausend", die nur an diesen Stellen vorkommt, bezieht sich in Hiobs Wort auf die Argumente, die er Gott vorhält, bei Elihu dagegen innerhalb desselben Gedankens auf die — Dolmetscher und Boten, die Gott aus seinem Engelheere an seiner Stelle vorschicken sollte. Aber gerade diese Forderung, daß Gott einem von den tausend Engeln die Auseinandersetzung übertragen sollte, ist so seltsam, daß sie nur eben daraus verständlich wird, daß der Autor durch seine Vorlage auf diesen sonderbaren Gedanken kam. Und er mußte wohl notwendig auf dieses Mißverständnis des in 9, 2 erhaltenen Hiobverses kommen, wenn er, wie ich vermuten möchte, infolge Vcrschreibens, Verlesens, Abkürzung oder Ziffernbezeichnung der Zahl statt „eins" (nnK) las „einer" (IpN) von tausend I Dann mußte er sich in dem Satze „Wollte er mit ihm (Gott) streiten, es antwortete ihm nicht einer von tausend", um einen Sinn darin zu finden, die Worte 9) TW» onft TAfl* *)Vk >M IHK fVa -]Ki»a vby BT* 0* S. vorläufig meinen Hiobkommentar z. St.; zu «!? „es gibt bei ihm", vgl. 34,23, *o mit andern Ttf» s£ st. r\f o>v> zu lesen ist. r»Va ist nur „Dolmetsch" wie Gen. 42,23. Hi 16,20 I. Vffy* st. n*Vn „sein© (Gottes) Dolmetsche sind meine Freunde, aber nach Gott selbst tränt mein Auge". " 2.7