Bericht der Hochschule für die Wissenschaft des Judenthums in Berlin
- Journal
- Bericht der Hochschule für die Wissenschaft des Judenthums in Berlin
- Volume
- 49.1932
- Date
- 1932-01-01
- Page
- – (sequence 25)
- Language
- German
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sehen wie im Arabischen das Wort den Löwen und — den Honig bezeichnete. „Was ist das?" lautete das alte Volksrätsel: „Es ist stark, heftig —. und mildsüß zugleich, eine Speise aber auch ein Fresser?" ■n§, der Löwe und der Honig 1 Aber als die späteren Erzähler für ■»1K ,.IIonig" plump das gewöhnliche Wort VfZ'f einsetzten, war der Sache nur so ein Sinn abzugewinnen, daß man den Honig — naturgcschichtlich unmöglich — im Aas eines Löwen finden ließ, den ein Held der Sage erschlagen hatte. Von größerer literarischer wie rcligionsgeschichtlicher Bedeutung0) war das nur aus schriftlicher Vorlage erklärliche Mißverständnis eines in der Konsonantenschrift doppeldeutigen Wortes in dein zweiten der Spräche, die nach Num. 10 Mose zur Aus- und Einfahrt der Bundeslade gesprochen haben soll, dieses Nachbilds der Wetterwolke, auf deren Kerubcnflügeln die GotÜieit am Himmel einherfahrend gedacht wurde. In der ursprünglichen Fassung, die ähnlich in Ps. 68, 18 wiederkehrt, hieß es „Sitz auf (nritf, Ps. 68: 331), Jhwh der Myriaden, der Tausendc Israels 1" So forderte auch dieser Spruch wie der vorangehende „Auf, Jhwh, daß sich zerstreuen deine Feinde und deine Hasser flüchten vor dir!" Gott zur Ausfahrt im Gewitter gegen den Feind auf. Erst der spätere Autor, der TilV als flitf, 7\^V&, „kehre heim" aussprach, erst er mußte darum die Sprüche teilen, nur den ersten auf die Ausfahrt, den zweiten dagegen auf die Rückkehr beziehen. Von ihm stammt daher zumindest das *v$fr nhXi\ „Und wenn sie (die Lade) zur Ruhe kam, sprach er" des Erzählungsrahmens, wenn nicht der ganze Rahmen beider Sprüche erst von ihm hinzugefügt wurde; finden wir doch beide Sprüche in Ps. 68, 1 und 18 in den ganz anderen Rahmen eines großen Siegesliedes gestellt. Von da aus können wir nun kurz7) zu den mannigfachen Wandlungen Stellung nehmen, die Sage und Dichtung im einzelnen wie im Ganzen einer größeren Schrift der Bibel, des Buches Hiob, durchgemacht haben. Innerhalb der den Erzahlungsrahmen füllenden Dialogdichtung erscheint Hiob als Zweifler an Gottes Gerechtigkeit, den die Freunde vergeblich Hiob gegenüber verteidigen, und erst Gott selbst gelingt es, Hiob zu reuiger Umkehr zu bewegen. Und in der Tat ist diese Fassung von Hiob als Empörer und Büßer die Ursprungi 6) Vgl. die ausführliche Begründung in meiner Schrift „Dio Bundeslade und die Anfänge der Religion Israels" S. 7—10. ') Zu den hier besprochenen Wandlungen des Buchganzen s. genauer und ausführlicher MGWJ 1925, 234—248. Einige Einzelheiten und dio Parallele zu den bisher und weiter angeführten Analogien sind hier zum erstenmal gegeben. 95