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Bericht der Hochschule für die Wissenschaft des Judenthums in Berlin · 1932-01-01 · 49.1932 · page 24

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Journal
Bericht der Hochschule für die Wissenschaft des Judenthums in Berlin
Volume
49.1932
Date
1932-01-01
Page
– (sequence 24)
Language
German
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IRI
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Worto *\W bezeichnet, wohl ein Wort für „Schlange" etwa wie hebr. ]iD,ptf, aram. NSSl? erklären, wahrend die Texterzählung das gewöhnlichere VfU} dafür gebraucht. Anders liegt der Fall etwa in der Erzählung von Samuels Geburt1). Viermal verwendet die Mitteilung der Mutter I Sam. I, 27—28 in Beziehung auf das ihr geschenkte Kind das Wort bx& „erbitten" und „leihen", so als ob nicht der Name Samuel, sondern Saul, VlNtf erklärt werden sollte, und ebenso wird der Name schon V. 17 und 20, sowie weiter in 2,20 gedeutet. Aber in der ursprünglichen Fassung sollto nicht ein Eigenname, sondern die Bczeiclinung eines von der Mutter der Gottheit übcrlasscncn Knaben als ^iKtf „Leihknabc", „Lcihsklavc" erklärt werden, wofür Samuel als das älteste Beispiel, seine Mutter vielleicht als die Stiftcrin des Brauches galt. Von solchen Leihknaben, die sachlich wohl den aus späterer Zeit bekannten, aber auf Palästinas Urbevölkerung zurückgeführten „Geschenksklaven" ( DTfl;i) nahestanden, war gewiß ursprünglich der Spruch im Umlauf: „Ist auch ein (verachteter) Leihsklave (^«^ nicht: Saul) unter den Propheten?", womit die Anmaßung Unberufener zurückgewiesen werden sollte. Aber weil eben Samuel als ein solcher, vielleicht als der erste „Leihknabe" galt, und die Sage ursprünglich vielleicht mit diesem Spruch von den Anfeindungen berichtete, denen der Leihknabe (VlKW) Samuel bei seinem Auftreten als Prophet ausgesetzt war, wurde die Sage später, als man das Wort ^iNtf irrig auf den König Saul bezog, auf ein Zusammentreffen Sauls mit Samuel umbezogen, wovon die Bibel zwei verschiedene Sagenfassungen bewahrt hat. Ja, von da aus ist es nur ein Schritt zu der Vermutung, ob nicht etwa auch andere Sagenberichte, die von der anfänglichen Geringschätzung des Volkes für König Saul erzählen, ursprünglich sich auf den VlKtf Samuel bezogen, der vom Leihsklaven im Heiligtum zum Propheten, Priester und Richter emporwuchs trotz der Mißachtung des Volkes, das ihm zurief: Ist etwa auch ein Leihsklave unter den Propheten? Was könnte der uns helfen? Ein ähnliches Verkennen eines Wortes hat auch dem Simsonrätsel und der dies umrahmenden Sage seine gegenwärtige Gestalt gegeben5). Das Rätsel vom Löwen und dem Honig ist ursprünglich als an keine Person gebundenes Gleichklangrätsel entstanden, das von der das Interesse fesselnden Tatsache ausging, daß ursprünglich auch im Hebräi- *) Vgl. MGWJ 1930, 254—257. *) Vgl. ausführlich Torczynor, Tho Riddlo in tho Bible, Hebrew Union College Annual I, 125—149. M

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