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Bericht der Hochschule für die Wissenschaft des Judenthums in Berlin · 1932-01-01 · 49.1932 · page 8

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Journal
Bericht der Hochschule für die Wissenschaft des Judenthums in Berlin
Volume
49.1932
Date
1932-01-01
Page
– (sequence 8)
Language
German
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IRI
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ihnen zu Stipendien für Studierende Verwendung finden und entlastet unseren Etat von dieser nicht geriugen und bei d<m gegenwärtigen finanziellen Verhaltnissen sonst schlechthin unerfüllbaren Verpflichtung. Vielleicht dürfen wir hoffen, durch das Erholungsheim der Stiftung in Arcndsco der Hochschule neue Freunde zu gewinnen. In Wehmut und Dankbarkeit gedenken wir der seit 1922 verstorbenen Mitglieder des Kuratoriums: des Herrn Oberregicrungsrat Dr. Paul Meyer, dessen Vater den ersten größeren Betrag für den Sliftungsfonds der Hochschule zur Verfügung gestellt, dessen Mutler einigo Jahrzehnte das Defizit der Hochschule gedeckt, der selbst mehr als 50 Jahre dem Kuratorium angehört hat; des Herrn Geheimen Justizrat Prof. Dr. Albert Mosse, der 1914 den Vorsilz im Kuratorium übernommen hat und in schwerster Zeit die Anstalt mit Umsicht und Weisheil durch alle Fährnisse zu leiten wußte; des Herrn Max Weiß, der die Energie seiner starken Persönlichkeit in den Dienst der Werbung für die Hochschule gestellt und um die Besserung ihrer Finanzlage sich unvergängliche Verdienste erworben hat; des Herrn Justizrat Leo LilientUal, der schon als Student die Verbindung mit der Hochschule gesucht uud ihr als Kurator durch sciue reiche Erfahrung und seine hervorragenden Kenntnisse in jüdischen Angelegenheiten sehr wertvolle Dienste geleistet hat. Wir gedenken auch in Dankbarkeit der verstorbenen Dozenten Dr. Marlin Schreiner, dessen geniale Begabung und anregende Gelehrsamkeit durch frühzeitige Erkrankung und jahrzehntelanges Siechtum gebrochen waren, sowie des Herrn Professor Dr. Eduard B a n e t h , der mehr als 35 Jahre bis ins hohe Aller seine große Gelehrsamkeit, seine tiefe Frömmigkeit und Treue und seine selbstlose Menschlichkeit in den Dienst der Anstalt gestellt hat. Wie vor 10 Jahren fällt der Gedenktag der Hochschule in eine Zeit schwerster Wirtschaftsnot. Die Krise ist jedoch heute härter als damals, nicht nur, weil inzwischen so viele Werte vernichtet sind, sondern weil die ganze Welt unter dieser Krise leidet und Hilfe vom Ausland, wie sie uns damals z. B. aus den Vereinigten Staaten von Nordamerika in dankenswerter Weise gewährt wurde, nicht zu erwarten ist. Wir können uns nur auf die eigene Kraft der deutschen Judcnhcit verlassen, wissen aber, daß diese, wenn sie auch geschwächt ist, bei rechter Einsicht und gutem Willen ausreicht, eine Anstalt wie die unsere zu erhalten. Wir hegen das feste Vertrauen, daß, wie schon früher oft, so in dieser Not Gott uns nicht verlassen und zur rechten Zeit die Bettung senden wird! 8

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